Die Umweltorganisation Greenpeace erhebt schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit der Stromversorgung des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja. Nach einer von Al Jazeera English aufgegriffenen Untersuchung soll Russland Stromleitungen zu der Anlage sabotieren. Das Kraftwerk liegt in Enerhodar in der Region Saporischschja und steht seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Zentrum internationaler Sicherheitsbedenken.
Greenpeace erklärt dem Bericht zufolge außerdem, keine Belege für die russische Darstellung gefunden zu haben, wonach ukrainische Angriffe die Schäden am Atomkraftwerk verursacht hätten. Die Organisation stellt damit die russische Version der Ereignisse infrage. Weitere Einzelheiten zu den untersuchten Leitungen, zum Zeitpunkt möglicher Sabotageakte oder zum Ausmaß der Schäden gehen aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die Stromversorgung ist für den sicheren Betrieb eines Kernkraftwerks von zentraler Bedeutung. Auch wenn ein Reaktor nicht regulär in Betrieb ist, müssen wichtige Systeme weiterhin mit Energie versorgt werden. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich jedoch nicht ableiten, welche konkreten Auswirkungen die von Greenpeace beschriebenen Vorgänge auf den aktuellen Zustand der Anlage haben.
Die Vorwürfe fallen in eine seit Jahren andauernde Auseinandersetzung um die Verantwortung für die Lage rund um das AKW Saporischschja. Russland und die Ukraine machen sich wiederholt gegenseitig für Gefahren und Schäden im Umfeld der Anlage verantwortlich. Greenpeace widerspricht nach den vorliegenden Informationen nun der russischen Darstellung, ohne dass damit die Ursachen der Schäden abschließend geklärt wären.
Die Angaben beruhen auf der von Al Jazeera English veröffentlichten Meldung über die Greenpeace-Untersuchung. Eine unabhängige Bestätigung der Sabotagevorwürfe oder eine Stellungnahme der russischen beziehungsweise ukrainischen Seite ist in den vorliegenden Informationen nicht enthalten. Daher bleiben sowohl die genaue Ursache der Schäden als auch die Folgen für die Stromversorgung des Kraftwerks offen.