Die Verteidigungsplanung in Europa richtet sich neu aus. Nach einem Bericht der Japan Times beginnen mindestens acht Mitgliedstaaten der NATO damit, ihre Abhängigkeit von US-Waffen, amerikanischer Militärtechnologie und US-Rüstungskonzernen zu reduzieren. Stattdessen sollen die Beschaffungsbeziehungen breiter aufgestellt werden.
Auslöser dieser Entwicklung ist dem Bericht zufolge der Druck von Donald Trump auf die NATO. Die veränderte Lage rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die europäische Verteidigung künftig innerhalb des Bündnisses organisieren soll. Dabei geht es nicht nur um einzelne Beschaffungsentscheidungen, sondern auch um die langfristige Ausrichtung der transatlantischen Sicherheitskooperation.
Die betroffenen Staaten prüfen demnach eine stärkere Diversifizierung ihrer Rüstungsbeziehungen. Eine solche Ausrichtung könnte die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten und Technologien verringern. Konkrete Angaben dazu, welche Staaten ihre Beschaffung bereits umgestellt haben oder welche Projekte betroffen sind, liegen in den vorliegenden Informationen jedoch nicht vor.
Die Entwicklung steht zugleich im Spannungsfeld zwischen größerer europäischer Eigenständigkeit und der bisherigen engen sicherheitspolitischen Verbindung mit den Vereinigten Staaten. Die NATO-Mitglieder bleiben zwar Teil desselben Bündnisses, könnten ihre Verteidigungsplanung und ihre Ausgaben für militärische Ausrüstung künftig jedoch stärker an unterschiedlichen nationalen oder europäischen Prioritäten ausrichten.
Nach Einschätzung des Berichts ist offen, welche Folgen diese Entwicklung für die Geschlossenheit der NATO haben könnte. Eine breitere Aufstellung der Beschaffungsbeziehungen kann europäischen Staaten mehr Handlungsspielraum geben. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob eine zunehmende Abkehr von US-Waffen und amerikanischer Militärtechnologie die gemeinsame Ausrichtung des Bündnisses erschweren könnte.
Damit steht die transatlantische Sicherheitskooperation vor einer möglichen Neuordnung. Wie weit die europäischen NATO-Staaten ihre Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten tatsächlich verringern und ob daraus dauerhafte Veränderungen in der Verteidigungsplanung entstehen, bleibt nach den vorliegenden Informationen offen.