Saudi-Arabien steht nach einem Bericht der South China Morning Post vor einem außen- und sicherheitspolitischen Dilemma. Die USA lehnen demnach offenbar ein militärisches Eingreifen gegen die mit Iran verbündeten Huthi im Roten Meer ab. Zugleich soll die Miliz ihre Blockade entlang der gesamten jemenitischen Rotmeerküste verschärfen.
Damit gerät eine wichtige Ausweichroute Saudi-Arabiens für den Handel mit Asien unter Druck. Die Entwicklung betrifft insbesondere die Möglichkeit des Königreichs, maritime Verbindungen außerhalb der Straße von Hormus zu nutzen. Eine weitere Route für saudische Exporte ist nach den vorliegenden Angaben damit von der Lage an der jemenitischen Küste abhängig.
Analysten beschreiben die Situation laut dem Bericht als „demütigendes Dilemma“ für Riad. Saudi-Arabien muss demnach mit einer verschärften Bedrohung seiner Seewege umgehen, während eine militärische Reaktion offenbar nicht auf die erwartete Unterstützung der Vereinigten Staaten zählen kann. Ob und wie das Königreich auf die Entwicklung reagieren will, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
US-Präsident Donald Trump hatte am 12. September erklärt, die Einnahme der jemenitischen Rotmeerküste durch die Huthi betreffe nur ein Land. Diese Äußerung wird in dem Bericht als Hinweis auf eine zurückhaltende Haltung Washingtons gegenüber einem möglichen militärischen Eingreifen im Roten Meer dargestellt. Die USA sollen ein Vorgehen gegen die Huthi damit nicht als Angelegenheit betrachten, die unmittelbar ein Eingreifen zugunsten Saudi-Arabiens erfordert.
Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch die Straße von Hormus. Iran soll diese zentrale Schifffahrtsroute blockiert haben. Für Saudi-Arabien ist sie von besonderer Bedeutung, weil über sie Öl- und Petrochemieexporte abgewickelt werden. Die gleichzeitige Bedrohung der Rotmeerroute und der Straße von Hormus würde damit zwei wichtige maritime Verbindungen des Königreichs betreffen.
Die vorliegenden Angaben zeichnen ein Bild einer regionalen Eskalation mit Folgen für die maritime Sicherheit und die Energieversorgung. Im Roten Meer steht eine von den Huthi verschärfte Blockade im Mittelpunkt, während die Straße von Hormus als zentrale Route für saudische Öl- und Petrochemieexporte genannt wird. Beide Entwicklungen werden in dem Bericht mit Iran in Verbindung gebracht: Die Huthi gelten als mit Teheran verbündet, und Iran soll die Straße von Hormus blockiert haben.
Für Saudi-Arabien stellt sich damit die Frage, wie es seine Handels- und Exportwege absichern kann, wenn eine militärische Intervention der USA ausbleibt. Konkrete Maßnahmen Riads werden in den vorliegenden Informationen jedoch nicht genannt. Auch bleibt offen, in welchem Umfang die behaupteten Blockaden den Handel und die Exporte tatsächlich bereits beeinträchtigen.
Der Bericht der South China Morning Post verweist damit vor allem auf die strategische Lage des Königreichs zwischen dem Roten Meer und der Straße von Hormus. Saudi-Arabien sieht sich demnach mit Risiken für zwei wichtige maritime Verbindungen konfrontiert, während die Haltung seines wichtigsten möglichen Partners, der USA, offenbar auf Zurückhaltung gegenüber einem militärischen Vorgehen gegen die Huthi hinausläuft.