Die nigerianische Polizei untersucht den Tod von 37 Verdächtigen, die wegen einer mutmaßlichen Beteiligung am illegalen Bergbau festgehalten worden sein sollen. Die Todesfälle ereigneten sich nach den vorliegenden Angaben in Polizeigewahrsam. Zu den genauen Umständen und zur Ursache der Todesfälle gibt es bislang unterschiedliche Darstellungen.
Vertreter der Behörden führen die Todesfälle auf einen Krankheitsausbruch zurück. Weitere Einzelheiten zu der vermuteten Erkrankung oder zu ihrem möglichen Verlauf wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Damit bleibt zunächst offen, ob und in welchem Umfang eine Krankheit zum Tod der Gefangenen beigetragen haben könnte.
Ein Überlebender stellte die behördliche Darstellung infrage. Seine Aussagen deuteten darauf hin, dass Häftlinge möglicherweise erstickt sein könnten. Ob es sich dabei um eine bestätigte Beobachtung oder eine Vermutung handelt, ist bislang nicht geklärt. Ebenso liegen keine Angaben dazu vor, unter welchen konkreten Bedingungen die Betroffenen festgehalten wurden.
Die unterschiedlichen Angaben machen eine unabhängige Klärung der Todesursachen erforderlich. Die Polizei hat nach den vorliegenden Informationen Ermittlungen aufgenommen. Ergebnisse dieser Untersuchung wurden bislang nicht bekanntgegeben. Auch ist unklar, ob bereits medizinische oder forensische Untersuchungen abgeschlossen wurden.
Der Fall betrifft damit sowohl die Umstände der Festnahme als auch die Behandlung der Verdächtigen während ihrer Haft. Solange die Untersuchung andauert, lässt sich nicht abschließend beurteilen, ob die Todesfälle auf eine Erkrankung, ein Ersticken oder andere Ursachen zurückzuführen sind. Die Betroffenen galten den Angaben zufolge als Verdächtige im Zusammenhang mit illegalem Bergbau; eine Verurteilung wird nicht genannt.