Deutsche Kunstinstitutionen bereiten sich auf eine mögliche Auseinandersetzung mit der AfD vor. Die Partei verbindet ihren politischen Aufstieg mit einem kulturpolitischen Vorstoß und wirbt für eine Kunst, die sie als „patriotisch“ bezeichnet. Damit könnte die Kulturpolitik zu einem weiteren zentralen Konfliktfeld zwischen der AfD und Teilen des etablierten Kulturbetriebs werden.
Nach Informationen der New York Times strebt die AfD erstmals die Kontrolle über eine Landesregierung an. Bislang hat die Partei jedoch noch keine Landesregierung übernommen. Ihr wachsender politischer Einfluss sorgt zugleich dafür, dass Kunst und Kultur stärker in den Mittelpunkt politischer Auseinandersetzungen rücken.
Der Vorstoß der AfD für „patriotische“ Kunst hat Vergleiche mit der Kulturpolitik der NS-Zeit ausgelöst. Diese Vergleiche beziehen sich auf die politische Einflussnahme auf kulturelle Inhalte und Institutionen. Die vorliegenden Informationen enthalten keine näheren Angaben dazu, welche konkreten Maßnahmen oder Forderungen die Partei in diesem Zusammenhang verfolgt.
Für deutsche Kunstinstitutionen stellt sich damit die Frage, wie sie auf einen möglichen politischen Machtgewinn der AfD reagieren würden. Im Raum steht insbesondere eine Auseinandersetzung über das Verhältnis von staatlicher Politik, kultureller Förderung und künstlerischer Freiheit. Konkrete Entscheidungen oder Konflikte werden in den vorliegenden Informationen jedoch nicht genannt.
Die Entwicklung fällt in eine Phase, in der die AfD ihren Anspruch auf politische Verantwortung ausweitet. Gleichzeitig versucht sie, mit eigenen Vorstellungen zur Kulturpolitik öffentliche Debatten zu prägen. Die Partei hat bislang keine Landesregierung geführt; ob und wann sich daraus konkrete Veränderungen für Kunstinstitutionen ergeben könnten, bleibt offen.
Damit gewinnt die Kulturpolitik im politischen Wettbewerb an Bedeutung. Kunstinstitutionen in Deutschland müssen sich nach der Darstellung der New York Times darauf einstellen, dass ihre Arbeit stärker zum Gegenstand parteipolitischer Auseinandersetzungen werden könnte. Der mögliche Konflikt betrifft dabei nicht nur einzelne Einrichtungen, sondern grundsätzlich die Frage, welchen Einfluss politische Parteien auf die Ausrichtung von Kunst und Kultur nehmen sollen.