In Venezuela sind einige Nachrichtenseiten, die über Jahre nicht erreichbar waren, wieder freigeschaltet worden. Das teilte die venezolanische Telekommunikationsbehörde am Donnerstag mit. Die Entwicklung fällt mit der geplanten Wiederaufnahme von Gesprächen über einen politischen Übergang zusammen, die von den USA unterstützt werden.
Die Digitalrechtsorganisation VE Sin Filtro bestätigte nach eigenen Angaben, dass der Zugang zu 17 Nachrichtenseiten über mehrere Internetanbieter wieder möglich ist. Damit gibt es Hinweise auf eine teilweise Aufhebung der bisherigen Sperren. Aus den vorliegenden Informationen geht jedoch nicht hervor, ob die Freischaltung dauerhaft gilt oder welche konkreten Seiten betroffen sind.
Gleichzeitig bleibt der Zugang zu zahlreichen Webseiten eingeschränkt. Nach Angaben von VE Sin Filtro sind in Venezuela weiterhin mindestens 188 Webseiten blockiert. Darunter befinden sich 79 Nachrichtenangebote. Die Organisation verwies damit auf eine weiterhin umfassende Einschränkung des digitalen Informationszugangs im Land.
Die Freigabe einzelner Seiten erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Gespräche über eine politische Übergangsregelung wieder aufgenommen werden sollen. Weitere Einzelheiten zum Inhalt oder zum Stand dieser Gespräche liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor. Auch die Gründe für die Aufhebung der Sperren bei den 17 bestätigten Nachrichtenseiten wurden nicht genannt.
Die unterschiedlichen Angaben – einerseits die bestätigte Erreichbarkeit einzelner Angebote, andererseits die weiterhin bestehende Blockade von mindestens 188 Webseiten – zeigen, dass sich die Lage beim Zugang zu unabhängigen Informationen in Venezuela bislang nur teilweise verändert hat. Die Angaben der Telekommunikationsbehörde und von VE Sin Filtro beziehen sich auf den Stand vom Donnerstag.