← Alle Nachrichten

Österreich steuert auf niedrigste Asylantragszahl seit Jahrzehnten zu

Bis einschließlich August wurden in Österreich 6.512 Asylanträge registriert. Hochgerechnet könnte die Zahl in diesem Jahr erstmals seit 1997 unter 10.000 bleiben.

KI-Hinweis: Dieser Beitrag wurde automatisiert auf Grundlage externer Nachrichten- und Informationsquellen aufbereitet und unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt bzw. sprachlich bearbeitet. Mehr zur KI-Verarbeitung

Was passiert ist

In Österreich setzt sich der Rückgang bei den Asylanträgen fort. Bis einschließlich August wurden 6.512 Ansuchen registriert. Sollte sich dieser Trend im weiteren Jahresverlauf fortsetzen, könnte die Gesamtzahl erstmals seit 1997 unter der Marke von 10.000 Anträgen bleiben.

Auffällig ist der hohe Anteil minderjähriger Antragsteller. Rund 3.300 der bisher registrierten Ansuchen entfielen auf Minderjährige. Gleichzeitig kamen im Rahmen des Familiennachzugs lediglich 60 Personen nach Österreich.

Was wir wissen

Nach Angaben des Innenministeriums hängt der hohe Anteil minderjähriger Antragsteller unter anderem damit zusammen, dass viele Anträge von Kindern gestellt werden, die in Österreich nachgeboren wurden. Die Zahl der sogenannten originären Anträge, die im Wesentlichen neu ins Land gekommene Personen betreffen, lag bei 2.483 Fällen.

Auch bei den beiden antragsstärksten Herkunftsländern Syrien und Afghanistan war demnach der größte Teil der Ansuchen nicht originär. Dabei handelt es sich meist um Anträge von in Österreich geborenen Kindern.

Bislang wurde in diesem Jahr in 4.333 Fällen Asyl gewährt. Zusätzlich erhielten 3.657 Menschen subsidiären Schutz. In weiteren 1.180 Fällen wurden humanitäre Aufenthaltstitel verliehen.

Bis Anfang September mussten 10.440 Personen Österreich verlassen. Eine knappe Mehrheit davon wurde zwangsweise außer Landes gebracht.

Die rückläufigen Antragszahlen zeigen sich auch in der Grundversorgung. Anfang September wurden dort gut 41.600 Personen betreut. Rund 60 Prozent von ihnen waren Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Zu Jahresbeginn lag die Zahl der Menschen in der Grundversorgung noch um etwa 11.000 höher.

Das Innenministerium führt den Rückgang bei den Asylanträgen auch auf Veränderungen bei den Fluchtrouten zurück. Nach seiner Einschätzung wurden Schleuserrouten im Osten Österreichs nachhaltig zerschlagen. Ein Teil der Bewegungen habe sich auf die sogenannte Balkan-Küstenroute verlagert und führe damit an Österreich vorbei.

Als wichtigen Faktor nennt das Ministerium sein Grenzschutzkonzept. Kontrollen seien vom unmittelbaren Grenzbereich auf den Grenzraum und das Hinterland ausgeweitet worden. Dies erschwere nach Darstellung des Innenministeriums insbesondere für organisierte Schlepper illegale Grenzübertritte. Zugleich verkürzten sich dadurch die Wartezeiten für Pendlerinnen und Pendler an den Grenzen.

Was noch unklar ist

Die Marke von 10.000 Asylanträgen ist bislang nicht unterschritten. Die entsprechende Jahreszahl beruht auf einer Hochrechnung der bis August registrierten 6.512 Ansuchen und hängt von der Entwicklung in den verbleibenden Monaten ab.

Nicht näher ausgewiesen wird, wie sich die Anträge in den einzelnen Monaten entwickelt haben. Ebenfalls liegen in den vorliegenden Angaben keine detaillierten Zahlen zu den Herkunftsländern, zum genauen Verhältnis zwischen freiwilligen und zwangsweisen Ausreisen oder zur regionalen Verteilung der betreuten Personen vor.

Die Einschätzung, dass veränderte Schleuserrouten und das österreichische Grenzschutzkonzept den Rückgang verursacht haben, stammt vom Innenministerium. Unabhängige zusätzliche Belege für diese Bewertung sind in den vorliegenden Informationen nicht enthalten.

Quelle

KURIER (@KURIERat)

Quelle: KURIER ↗