Was passiert ist
Russland plant nach vorliegenden Dokumenten offenbar, die Produktion von Kohlefaser für Kamikaze-Drohnen deutlich auszubauen. Die Unterlagen sollen den Entwurf eines russischen Staatsunternehmens zeigen. Der Ausbau steht demnach im Zusammenhang mit der zunehmenden Nutzung von Drohnen im Luftkrieg über Europa.
Was wir wissen
Die Dokumente wurden nach Angaben von POLITICO Europe von der Redaktion eingesehen. Sie sollen einen Plan eines russischen Staatsunternehmens zur Steigerung der Kohlefaserproduktion darstellen. Kohlefaser wird in dem Zusammenhang als Bestandteil der Herstellung von Kamikaze-Drohnen genannt.
Aus den vorliegenden Informationen geht außerdem hervor, dass der Kreml seinen Luftkrieg über Europa ausweitet. Die geplante Produktionssteigerung wird als Teil einer strategischen militärisch-industriellen Expansion und einer Verschärfung des Drohnenkriegs eingeordnet.
Kamikaze-Drohnen sind unbemannte Fluggeräte, die für Angriffe eingesetzt werden. Konkrete Angaben zu ihrer Zahl, zu Einsatzorten oder zu einzelnen Angriffen liegen in den bereitgestellten Informationen jedoch nicht vor.
Der Produktionsstandort des genannten Staatsunternehmens ist nicht identifiziert. Ebenso wird nicht mitgeteilt, in welchem Umfang die Kohlefaserproduktion erhöht werden soll oder wann der Ausbau umgesetzt werden könnte.
Was noch unklar ist
Unklar bleibt, welche russische Staatsfirma hinter dem Plan steht und an welchem Ort die Produktion erfolgen soll. Die vorliegenden Angaben nennen weder konkrete Produktionsziele noch einen Zeitplan. Auch ist nicht bekannt, ob die geplante Steigerung bereits begonnen hat oder sich noch in der Planungsphase befindet.
Nicht näher erläutert wird zudem, welche weiteren Materialien oder Fertigungsschritte für den Ausbau erforderlich wären. Angaben zu den Folgen für die militärische Nutzung der Drohnen oder zu möglichen Reaktionen anderer Staaten sind in den bereitgestellten Informationen ebenfalls nicht enthalten.
Quelle
POLITICO Europe