BEIJING – Chinas oberster Geheimdienstchef hat vor möglichen Gefahren durch künstliche Intelligenz gewarnt. Nach einem Bericht der New York Times stellte er die Technologie als potenzielle Bedrohung für die nationale Sicherheit und für die Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas dar. Einzelheiten zu den konkreten Szenarien oder Maßnahmen wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Die Warnung steht in einem Spannungsverhältnis zu Pekings öffentlicher Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten. China hat die USA zugleich dazu aufgerufen, die Risiken künstlicher Intelligenz nicht überzubewerten. Damit verbindet die chinesische Regierung die Förderung der Technologie mit einer sicherheitspolitischen Einordnung ihrer möglichen Folgen.
Künstliche Intelligenz nimmt in Chinas Technologiepolitik eine zentrale Rolle ein. Die vorliegenden Angaben machen jedoch keine konkreten Aussagen dazu, welche Anwendungen oder Entwicklungen der Geheimdienstchef besonders kritisch bewertet. Ebenso bleibt offen, ob aus der Warnung neue Vorgaben für Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder staatliche Stellen folgen sollen.
Die Äußerungen verdeutlichen nach Darstellung der New York Times, dass Peking künstliche Intelligenz gleichzeitig als strategische Chance und als mögliches Sicherheitsrisiko betrachtet. Einerseits soll die Entwicklung der Technologie vorangetrieben werden. Andererseits wird sie aus Sicht der chinesischen Führung in einen Rahmen nationaler Sicherheit und politischer Stabilität gestellt.
Der Gegensatz zwischen dem Appell an die USA zu mehr Zurückhaltung bei der Bewertung von KI-Risiken und der eigenen Warnung vor einer Gefahr für Staat und Partei ist dabei besonders auffällig. Aus den vorliegenden Informationen geht nicht hervor, ob sich die Aussagen auf bestimmte internationale Auseinandersetzungen oder konkrete technische Systeme beziehen.
China verfolgt damit einen Ansatz, bei dem technologische Förderung und staatliche Kontrolle beziehungsweise Sicherheitsbewertung nebeneinanderstehen. Die Warnung des Geheimdienstchefs liefert zugleich einen Hinweis darauf, dass künstliche Intelligenz in Peking nicht nur als wirtschaftliches oder wissenschaftliches Thema verstanden wird. Sie wird auch als Frage der nationalen Sicherheit und der politischen Ordnung behandelt.