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Legionellen-Ausbruch in Linz: 32 Erkrankte und drei Tote

In Linz sind 32 Menschen an Legionellose erkrankt, drei von ihnen gestorben. Mehr als 200 Umweltproben wurden untersucht. Ein Kühlturm gilt als mögliche, bislang aber nicht bestätigte Quelle.

Legionellen-Ausbruch in Linz: 32 Erkrankte und drei Tote
Foto: KURIER

In Linz sind 32 Menschen an Legionellose erkrankt. Drei Betroffene starben an den Folgen der Infektion. Nach Angaben des Infektiologen Helmut Salzer werden die Legionellen über feinste Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, eingeatmet. Die Bakterien können dadurch eine schwere Lungeninfektion auslösen.

Im Zusammenhang mit dem Ausbruch wurden nach Angaben Salzers mehr als 200 Umweltproben genommen. Ein belasteter Wasserbehälter sei stillgelegt und dekontaminiert worden. Seit diesem Schritt habe sich die Zahl der Erkrankungen nicht weiter erhöht, erklärte der Infektiologe. Damit gibt es nach den vorliegenden Informationen derzeit keinen Hinweis auf einen weiteren Anstieg der Fallzahlen.

Als plausible mögliche Quelle gilt ein Kühlturm der Linz AG. Bestätigt ist dieser Zusammenhang allerdings nicht. Die Untersuchungen konnten demnach bislang keinen eindeutigen Ursprung des Ausbruchs belegen. Kühltürme können grundsätzlich eine Rolle bei der Verbreitung von Legionellen spielen, wenn belastete Wassertröpfchen in die Umgebung gelangen. Im konkreten Fall bleibt die Zuordnung zu dem genannten Kühlturm jedoch offen.

Salzer spricht sich dafür aus, die österreichische Ö-Norm für Kühltürme gesetzlich verbindlich zu machen. Aus seiner Sicht könnten verbindliche Vorgaben dazu beitragen, den Betrieb solcher Anlagen und den Umgang mit möglichen Belastungen einheitlich zu regeln. Die Forderung steht im Zusammenhang mit den Erfahrungen aus dem Ausbruch in Linz.

Der Infektiologe verweist außerdem auf einen möglichen Einfluss des Klimawandels auf die Entwicklung von Infektionskrankheiten. Dieser führe zu mehr und neuen Infektionen. Als Beispiele nennt Salzer die Ausbreitung von Tigermücken und Hyalomma-Zecken. Diese Einschätzung erweitert den Blick über den aktuellen Legionellen-Ausbruch hinaus auf Veränderungen bei Krankheitserregern und deren Überträgern.

Legionellen sind Bakterien, die sich unter bestimmten Bedingungen in Wasser vermehren können. Für eine Erkrankung ist nach den Angaben Salzers vor allem das Einatmen belasteter Aerosole relevant. Eine Übertragung durch das bloße Trinken von Wasser wird in den vorliegenden Informationen nicht genannt.

Die Zahl von 32 Erkrankten und drei Todesfällen bezieht sich auf den bislang bekannten Ausbruch in Linz. Die möglichen Ursachen werden weiterhin vorsichtig bewertet: Der belastete Wasserbehälter wurde zwar stillgelegt und dekontaminiert, ein Kühlturm der Linz AG gilt aber lediglich als plausible und nicht als bestätigte Quelle. Weitere Angaben zum zeitlichen Beginn des Ausbruchs oder zur Identität der Betroffenen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.

Quelle: KURIER ↗