Der Tod einer 40-jährigen Frau in Marchtrenk in Oberösterreich wird als möglicher Fall sexualisierter Gewalt untersucht. Die Frau starb im Juni in ihrem Haus. Was zunächst als sogenannter Sex-Unfall dargestellt worden sein soll, entwickelte sich nach einem Bericht des KURIER zu einer umfassenden strafrechtlichen Untersuchung.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Ehemann der Verstorbenen. Er steht im Verdacht, die Frau sexuell missbraucht und ihr dabei Verletzungen zugefügt zu haben, an denen sie starb. Die Vorwürfe sind Gegenstand des laufenden Verfahrens und damit nicht abschließend geklärt.
Ein weiterer Mann befindet sich wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft. Ein dritter mutmaßlicher Beteiligter soll zu einem Termin nicht erschienen sein. Weitere Einzelheiten zum Stand der Ermittlungen oder zu den konkreten Vorwürfen gegen die einzelnen Personen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Nach Angaben des Berichts könnten Chats auf dem Mobiltelefon des Ehemanns Hinweise darauf enthalten, dass die Frau neben Alkohol auch mit weiteren Substanzen betäubt worden sein könnte. Die Staatsanwaltschaft hat diesen Verdacht bislang nicht bestätigt. Damit ist offen, ob und in welchem Umfang solche Substanzen eine Rolle bei dem Geschehen gespielt haben.
Der Fall lenkt in Österreich den Blick auf die sogenannte chemische Unterwerfung. Gemeint ist dabei die mögliche Verabreichung von Alkohol oder anderen Substanzen, um eine Person wehrlos zu machen. Zugleich geht es um digitale Netzwerke, in denen sexualisierte Gewalt vorbereitet, verabredet oder begünstigt werden könnte. Welche Bedeutung solche Netzwerke im konkreten Fall hatten, lässt sich anhand der vorliegenden Angaben nicht abschließend beurteilen.
Der Todesfall steht außerdem im Zusammenhang mit geplanten Änderungen des österreichischen Sexualstrafrechts. Vorgesehen ist demnach unter anderem ein Konsensprinzip nach dem Grundsatz „Nur ein Ja heißt Ja“. Damit soll die ausdrückliche Zustimmung zu sexuellen Handlungen stärker in den Mittelpunkt gestellt werden.
Die strafrechtlichen Ermittlungen im Fall der verstorbenen Frau dauern an. Die bisher bekannten Vorwürfe richten sich gegen mehrere mutmaßlich Beteiligte, während zentrale Fragen – darunter die mögliche Verwendung weiterer Substanzen und die genaue Rekonstruktion des Geschehens – noch nicht abschließend beantwortet sind.