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Nepal: Nach der Sturzflut steigt die Gefahr von Krankheiten

Knapp drei Wochen nach der Sturzflut im Himalaya dauern die Such- und Rettungsaktionen an. Zerstörte Wasserinfrastruktur verschärft die Lage für rund 65.000 Menschen.

Nepal: Nach der Sturzflut steigt die Gefahr von Krankheiten
Foto: KURIER

Knapp drei Wochen nach der verheerenden Sturzflut in Nepals Himalaya dauern die Such- und Rettungsaktionen an. Nach den vorliegenden Angaben wurden bislang 1.400 Menschen tot geborgen. Weitere 5.800 Menschen gelten weiterhin als vermisst. Die Fluten richteten schwere Schäden an Straßen, Brücken und Dörfern an und zerstörten zudem Brunnen sowie weitere Teile der örtlichen Wasserinfrastruktur.

Damit verschärft sich die humanitäre Lage in den betroffenen Gebieten. Rund 65.000 Menschen benötigen Unterstützung bei der Versorgung mit Trinkwasser, bei sanitären Anlagen und bei der Hygiene. Besonders in Notunterkünften kann verunreinigtes Wasser das Risiko von Krankheitsausbrüchen erhöhen. Welche Krankheiten konkret auftreten könnten, ist nach den vorliegenden Informationen nicht angegeben. Die Sorge vor einer weiteren gesundheitlichen Belastung der von der Flut betroffenen Bevölkerung steht jedoch im Mittelpunkt der Hilfsmaßnahmen.

Das Österreichische Rote Kreuz entsendet deshalb drei Mitarbeiter nach Kathmandu. Michael Wolf, Florian Wille und Christopher Bachtrog sollen dort Aufgaben im Bereich der Wasser- und Sanitärversorgung übernehmen. Dazu gehören die Verteilung, Speicherung und Aufbereitung von Wasser. Außerdem sollen die Helfer Toiletten errichten und die betroffene Bevölkerung über Hygienemaßnahmen informieren.

Der Einsatz der drei Mitarbeiter ist auf vier Monate angelegt. Damit soll die Unterstützung der Menschen in den Flutgebieten über die unmittelbare Such- und Rettungsphase hinaus fortgesetzt werden. Im Vordergrund stehen nach den vorliegenden Angaben grundlegende Maßnahmen, um den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen zu verbessern.

Auch die nepalesischen Behörden befassen sich mit möglichen Maßnahmen gegen die gesundheitlichen Risiken. Sie zogen Cholera-Impfungen für 100.000 Menschen in Betracht. Ob diese Impfungen tatsächlich durchgeführt werden, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.

Die zerstörten Brunnen und Teile der Wasserinfrastruktur stellen die betroffenen Gemeinden vor besondere Herausforderungen. Neben der Suche nach Vermissten müssen deshalb zugleich Trinkwasserversorgung, Sanitäranlagen und Hygiene sichergestellt werden. Die Hilfsorganisationen und Behörden arbeiten damit an mehreren Folgen der Naturkatastrophe, während das Ausmaß der Schäden und die Zahl der Vermissten weiterhin die Lage bestimmen.

Quelle: KURIER ↗