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Kassenarzt-Termine in Österreich: Facharztwartezeiten steigen deutlich

Eine Auswertung von 1.601 Terminanfragen zeigt lange Wartezeiten bei Kassenordinationen in Österreich. Besonders betroffen sind die Innere Medizin, Psychiatrie und Neurologie.

Kassenarzt-Termine in Österreich: Facharztwartezeiten steigen deutlich
Foto: KURIER

Gesetzlich Versicherte müssen in Österreich teils lange auf einen Termin bei einer Fachärztin oder einem Facharzt warten. Das zeigt eine Auswertung von 1.601 standardisierten Terminanfragen bei Kassenordinationen. Untersucht wurden 14 Fachrichtungen in ganz Österreich. Berücksichtigt wurden ausschließlich Routine- und Vorsorgetermine, nicht akute medizinische Fälle.

Die längste mittlere Wartezeit wurde in der Inneren Medizin festgestellt. Dort lag der Median bei 65 Tagen. Das bedeutet, dass die Hälfte der angefragten Termine innerhalb dieses Zeitraums angeboten wurde, während die andere Hälfte länger oder kürzer warten musste. Auf Platz zwei folgte die Psychiatrie mit einem Median von 61 Tagen. In der Neurologie betrug die mittlere Wartezeit 50 Tage.

In insgesamt acht der 14 untersuchten Fachrichtungen verlängerten sich die Wartezeiten im Vergleich zum Vorjahr. Besonders deutlich war die Entwicklung in der Kardiologie und der Neurologie. Für kardiologische Termine wurde ein Median von 45 Tagen ermittelt. In der Neurologie stieg der Wert auf 50 Tage.

Die Auswertung zeigt zudem, dass die Suche nach einer Kassenordination für neue Patientinnen und Patienten nicht immer erfolgreich ist. Rund ein Drittel der untersuchten Ordinationen nimmt demnach derzeit keine neuen Patientinnen und Patienten auf. Für gesetzlich Versicherte kann sich der Zugang zu einer fachärztlichen Untersuchung dadurch zusätzlich erschweren.

Auch regional gibt es Unterschiede. Am längsten warteten Patientinnen und Patienten im Burgenland. Dort lag der Median für einen Facharzttermin bei 53 Tagen. In Vorarlberg wurden 46 Tage ermittelt. Wien verzeichnete mit 22 Tagen den niedrigsten Median unter den genannten Bundesländern.

Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die standardisierten Anfragen und die dabei untersuchten Kassenordinationen. Sie bilden damit die Wartezeiten für Routine- und Vorsorgetermine ab. Akutfälle waren ausdrücklich nicht Bestandteil der Untersuchung. Aussagen über die Dringlichkeit einzelner medizinischer Situationen lassen sich aus den ermittelten Wartezeiten daher nicht ableiten.

Die Ergebnisse geben einen Überblick über die gegenwärtige Terminsituation im österreichischen Kassensystem. Sie machen zugleich Unterschiede zwischen den Fachrichtungen und den Bundesländern sichtbar. Besonders bei internistischen, psychiatrischen und neurologischen Untersuchungen liegen die ermittelten mittleren Wartezeiten bei mehreren Wochen. Für viele Versicherte kommt hinzu, dass ein Teil der Ordinationen keine neuen Patientinnen und Patienten aufnimmt.

Quelle: KURIER ↗