BRÜSSEL – Die Europäische Kommission bemüht sich um eine Beruhigung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Anlass ist ein Vorschlag für eine engere Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Kanada. Nach Angaben von POLITICO Europe steht dabei auch ein Status Kanadas als assoziiertes Mitglied der EU im Raum.
Die Kommission versucht, US-Präsident Donald Trump wegen des Vorstoßes zu besänftigen. Zugleich betont sie, dass eine intensivere Zusammenarbeit mit Kanada nicht gegen ein anderes Land gerichtet sei. Damit reagiert Brüssel auf mögliche Irritationen im Zusammenhang mit dem Vorschlag und dessen außenpolitischer Wahrnehmung.
Der Vorstoß berührt sowohl die Beziehungen zwischen der EU und Kanada als auch die transatlantische Diplomatie. Welche konkrete Form eine engere Partnerschaft annehmen könnte, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Auch Angaben zu einem möglichen Zeitplan oder zu den Bedingungen eines assoziierten Mitgliedsstatus liegen nicht vor.
Die Bemühungen der Kommission zeigen, dass Brüssel den Vorschlag gegenüber Washington einordnen und Spannungen vermeiden möchte. Im Mittelpunkt steht dabei die Botschaft, dass eine stärkere Kooperation mit Ottawa nicht als Maßnahme gegen die Vereinigten Staaten oder ein anderes Land verstanden werden solle.
Die EU und Kanada stehen damit im Zentrum eines diplomatischen Vorgangs, bei dem Brüssel zugleich die Beziehungen zu Ottawa und die Verbindung zu Washington berücksichtigen muss. Weitere Einzelheiten zu den Gesprächen oder zu den Reaktionen der beteiligten Regierungen sind bislang nicht bekannt.