Polens Regierungschef Donald Tusk warnt vor einem mutmaßlichen russischen Plan, Staaten anzugreifen, die die Ukraine unterstützen. Anlass für die Warnung sind jüngste Vorfälle im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet. Konkrete Einzelheiten zu dem von Tusk beschriebenen Plan wurden zunächst nicht genannt.
Die Äußerung kommt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen an der Ostflanke der NATO. Dort wird befürchtet, dass Russland den Druck auf Staaten erhöhen könnte, die die Ukraine politisch oder anderweitig unterstützen. Im Zusammenhang mit den jüngsten Vorfällen ist von möglichen hybriden Angriffen die Rede.
Als hybride Angriffe werden Vorgehensweisen bezeichnet, die nicht unmittelbar einem offenen militärischen Angriff entsprechen. Die vorliegenden Informationen enthalten jedoch keine näheren Angaben dazu, welcher Art die Vorfälle im polnisch-ukrainischen Grenzgebiet waren oder wer dafür verantwortlich gemacht wird.
Der von Tusk angesprochene russische Angriffsplan ist bislang nicht bestätigt. Damit bleibt offen, ob es sich um eine konkrete Vorbereitung oder um eine Einschätzung der polnischen Regierung handelt. Weitere belastbare Angaben zu möglichen Zielen, zum Zeitpunkt eines Angriffs oder zu den Hintergründen liegen nicht vor.
Tusk hat mit seiner Warnung die Aufmerksamkeit auf die Sicherheitslage in der Region gelenkt. Polen gehört zu den Staaten, die die Ukraine unterstützen. Die Entwicklungen im Grenzgebiet werden daher auch im Zusammenhang mit der allgemeinen Sicherheitslage an der NATO-Ostflanke betrachtet.