Bis Mitte September 2026 haben rund 60.000 Geflüchtete und Migranten versucht, Europa über das Mittelmeer und weitere Seewege zu erreichen. Das waren 39 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig nahm die Zahl der Menschen zu, die bei den gefährlichen Überfahrten starben oder vermisst wurden.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen bis zu diesem Zeitpunkt 2.292 Menschen ums Leben. Im Vorjahreszeitraum waren 1.999 Todesfälle registriert worden. Damit stieg die Zahl trotz des Rückgangs bei den Überfahrten um 293 Fälle.
Besonders deutlich war die Entwicklung auf der Route nach Italien. Dort erreichten 21.393 Menschen das Land. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es mehr als doppelt so viele. Die Zahl der Todesopfer auf dieser Route erhöhte sich jedoch von 844 auf 996.
Die Angaben beziehen sich auf die Seewege nach Europa im Mittelmeerraum und im Atlantik. Sie zeigen, dass weniger registrierte Ankünfte nicht automatisch mit einer geringeren Zahl tödlicher Unglücke einhergehen. Die IOM bezeichnete nahezu jeden Todesfall und jedes Verschwinden auf See als vermeidbar.
Die Organisation verwies damit auf die anhaltenden Gefahren der Überfahrten. Menschen, die Europa auf dem Seeweg erreichen wollen, sind dabei weiterhin erheblichen Risiken ausgesetzt. Die vorliegenden Zahlen erfassen sowohl bestätigte Todesfälle als auch Menschen, die nach einer Überfahrt als vermisst gelten.