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Streit um „Naza“: Israelische Minister setzen Regisseure unter Druck

Nach dem Preisgewinn der Dokumentation „Naza“ in Venedig sehen sich die Regisseure scharfer Kritik israelischer Minister ausgesetzt. Eine Aberkennung ihrer Staatsbürgerschaft ist bislang nicht bestätigt.

Streit um „Naza“: Israelische Minister setzen Regisseure unter Druck
Foto: n-tv

Die Dokumentation „Naza“ ist beim Filmfestival von Venedig mit einem Preis ausgezeichnet worden und stieß beim Publikum auf Beifall. Nach dem internationalen Erfolg geraten die Regisseure nun in Israel politisch unter Druck. Zwei Minister reagierten mit scharfer Kritik auf den Film und seine Macher.

Kulturminister Miki Zohar will den Regisseuren nach Angaben von n-tv die israelische Staatsbürgerschaft entziehen. Eine tatsächliche Aberkennung ist bislang jedoch nicht bestätigt. Damit bleibt offen, ob und in welcher Form aus der Ankündigung ein konkreter staatlicher Schritt werden könnte.

Auch Polizeiminister Itamar Ben-Gvir wandte sich gegen die Filmemacher. In einer Nachricht schrieb er ihnen: „Verschwindet!“ Die Äußerung verschärft den öffentlichen Streit um die Dokumentation und zeigt, dass der Festivalerfolg der Regisseure in Israel nicht nur positive Reaktionen ausgelöst hat.

Die Auseinandersetzung bewegt sich damit zwischen internationaler Anerkennung und innenpolitischer Zurückweisung. Während „Naza“ in Venedig ausgezeichnet wurde und beim Publikum Beifall erhielt, sehen sich die Regisseure in ihrem Heimatland mit Drohungen aus Regierungskreisen konfrontiert. Die vorliegenden Informationen enthalten keine näheren Angaben zum Inhalt des Films oder zu den konkreten Vorwürfen der Minister.

Der Streit wirft zugleich die Frage auf, welche Folgen politische Kritik an Filmschaffenden haben kann. Fest steht nach den vorliegenden Angaben bislang vor allem, dass Zohar den Entzug der Staatsbürgerschaft angekündigt beziehungsweise gefordert haben soll und Ben-Gvir die Regisseure öffentlich zum Weggang aufforderte. Über weitere rechtliche Schritte oder eine formelle Entscheidung ist nichts bekannt.

Die Reaktionen erfolgten im Anschluss an den Preisgewinn in Venedig. Für die Regisseure bedeutet der internationale Erfolg damit auch eine politische Belastung. Ob die Äußerungen der Minister zu konkreten Maßnahmen führen, ist derzeit unklar. Eine bestätigte Aberkennung der Staatsbürgerschaft liegt nicht vor.

Quelle: n-tv ↗