US-Präsident Donald Trump erhöht den politischen Druck auf die Federal Reserve. Sollte die US-Notenbank ihre Geldpolitik nicht lockern, werde er den Handel mit einigen Ländern stoppen, sagte Trump. Welche Staaten von einem solchen Schritt betroffen sein könnten und wann mögliche Maßnahmen greifen würden, ließ er offen.
Trump begründet seine Forderung nach niedrigeren Zinsen mit den jüngsten Daten zum US-Arbeitsmarkt. Im August stieg die Zahl der Beschäftigten um 162.000. Damit fiel der Zuwachs deutlich stärker aus als von Volkswirten erwartet. Diese hatten mit einem Plus von 55.000 Beschäftigten gerechnet.
Gleichzeitig lag die Inflation in den Vereinigten Staaten im August bei 3,4 Prozent. Damit blieb sie über dem Zielwert der Federal Reserve von zwei Prozent. Die Entwicklung erschwert die Entscheidung der Notenbank, weil niedrigere Zinsen zwar die Konjunktur ankurbeln könnten, zugleich aber den Preisauftrieb verstärken können.
Nach den vorliegenden Angaben rechnet inzwischen eine Mehrheit der Ökonomen mit einer Zinserhöhung. Damit steht die Federal Reserve vor einem Spannungsfeld zwischen der Bekämpfung der Inflation und der Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung. Trumps Forderung nach einer Lockerung der Geldpolitik steht zu dieser Einschätzung im Gegensatz.
Konkrete Einzelheiten zu den von Trump angedrohten Handelsmaßnahmen liegen bislang nicht vor. Offen ist insbesondere, gegen welche Länder sie sich richten könnten und unter welchen Voraussetzungen der Handel eingeschränkt oder beendet würde. Seine Äußerungen erhöhen damit den Druck auf die US-Notenbank, die ihre geldpolitischen Entscheidungen vor dem Hintergrund der aktuellen Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten treffen muss.