In Schweden hat die Parlamentswahl begonnen. Das Mitte-Rechts-Bündnis von Ministerpräsident Ulf Kristersson und die von den Sozialdemokraten angeführte Opposition lagen zuletzt in den Umfragen nahezu gleichauf. Damit zeichnet sich ein enges Rennen um die politische Führung des Landes ab.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Schwedendemokraten. Die rechtspopulistische Partei erreicht den vorliegenden Angaben zufolge rund 20 Prozent in den Umfragen. Sie unterstützt Kristerssons Minderheitsregierung bisher im Parlament, ist jedoch nicht an der Regierung beteiligt. Nun fordert die Partei erstmals Ministerposten.
Kristersson hat eine Beteiligung der Schwedendemokraten an der Regierung in Aussicht gestellt. Sollte es dazu kommen, wäre dies eine politische Veränderung von besonderer Bedeutung. Die Partei könnte damit über ihre bisherige Rolle als parlamentarische Unterstützerin hinaus direkten Einfluss auf die Regierungsarbeit erhalten. Ob es dazu kommt, hängt vom Wahlausgang und den anschließenden politischen Gesprächen ab.
Rund acht Millionen Menschen sind zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und schließen um 20 Uhr. Nach den vorliegenden Angaben haben bereits mehr als zwei Millionen Menschen ihre Stimme vorab abgegeben. Zum Zeitpunkt des Wahllokalstarts lagen noch keine Angaben über das Wahlergebnis vor.
Im Wahlkampf standen mehrere innenpolitische Themen im Mittelpunkt. Dazu gehörten die Bandenkriminalität und die Einwanderung. Ebenfalls diskutiert wurden die Energieversorgung, das Gesundheitswesen und die steigenden Lebenshaltungskosten. Die Themen prägten die Auseinandersetzung der politischen Lager und damit auch die Debatte über den künftigen Kurs des Landes.
Das Mitte-Rechts-Bündnis wird von Kristersson geführt, während die Opposition von den Sozialdemokraten angeführt wird. Die nahezu ausgeglichene Ausgangslage lässt nach den bisherigen Umfragen offen, welches Lager am Ende die stärkste Position erreichen kann. Zugleich könnte die Stärke der Schwedendemokraten entscheidend dafür werden, unter welchen Bedingungen künftig eine Regierung gebildet wird.
Die Wahl markiert damit nicht nur eine Entscheidung zwischen dem bisherigen Mitte-Rechts-Lager und der sozialdemokratisch geführten Opposition. Im Zentrum steht auch die Frage, ob die Schwedendemokraten erstmals Ministerposten erhalten und damit unmittelbar Teil der Regierung werden. Eine abschließende Einschätzung ist erst nach Auszählung der Stimmen möglich.