Berlin – Die Bundesregierung will den Gasmarkt offenbar durch zusätzliche staatliche Zukäufe unterstützen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche rückt damit einem Medienbericht zufolge von ihrer bisherigen Haltung ab. Der bundeseigene Gasimporteur SEFE soll bereits mit entsprechenden Beschaffungen begonnen haben.
Als Grund für den Kurswechsel werden die niedrigen Füllstände der Gasspeicher genannt. Die zusätzlichen Einkäufe sollen demnach dazu beitragen, den Markt angesichts der angespannten Speichersituation zu stützen. Weitere Einzelheiten zu Umfang, Zeitpunkt oder Herkunft des zusätzlich beschafften Gases wurden in der vorliegenden Meldung nicht genannt.
Reiche hatte staatliche Gasbeschaffung bislang abgelehnt. Zur Begründung galt die Sorge, dass ein Eingreifen des Staates den Markt verzerren könnte. Nach dem nun berichteten Kurswechsel nimmt die Bundesregierung eine stärkere Rolle bei der Beschaffung offenbar dennoch in Kauf.
Im Mittelpunkt steht dabei die bundeseigene SEFE. Das Unternehmen ist als staatlicher Importeur am Gasmarkt tätig und soll die zusätzlichen Mengen bereits einkaufen. Ob und in welchem Umfang die Beschaffung den Füllstand der Speicher verändern kann, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die niedrigen Speicherstände bilden den zentralen Anlass für die veränderte Linie. Der Bericht stellt dabei einen direkten Zusammenhang zwischen der Speichersituation und der Entscheidung für zusätzliche staatliche Einkäufe her. Konkrete Angaben zu den aktuellen Füllständen oder zu politischen Folgemaßnahmen liegen jedoch nicht vor.
Mit der Abkehr von der bisherigen Position verändert sich die Rolle des Staates im Gasmarkt. Während Reiche eine direkte Beschaffung zuvor mit dem Hinweis auf mögliche Marktverzerrungen abgelehnt hatte, soll SEFE nun zusätzlich Gas erwerben. Ob diese Maßnahme dauerhaft angelegt ist oder nur auf die aktuelle Situation reagiert, bleibt nach den vorliegenden Angaben offen.
Die Informationen beruhen auf einem Medienbericht. Eine weitergehende Erklärung der Bundeswirtschaftsministerin oder genaue Angaben der Bundesregierung zu den geplanten beziehungsweise bereits erfolgten Zukäufen sind in der vorliegenden Meldung nicht enthalten.