Mehr als 70.000 Menschen haben im Jemen ihre Häuser verlassen, nachdem von Iran unterstützte Huthi-Rebellen eine Offensive zur Einnahme der strategisch wichtigen Bab al-Mandab-Straße begonnen haben. Die neue militärische Eskalation löste nach Angaben der vorliegenden Informationen eine weitere große Vertreibungsbewegung in dem vom Krieg geprägten Land aus.
Viele der betroffenen Menschen flohen in Richtung Aden im Süden des Jemen. Rund 1.400 Menschen überquerten zudem die Grenze in das benachbarte Dschibuti. Damit weitet sich die Fluchtbewegung über die unmittelbaren Konfliktgebiete hinaus aus.
Die Bab al-Mandab-Straße verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und liegt zwischen dem Jemen und Dschibuti. Die Offensive der Huthi-Rebellen zielt nach den vorliegenden Angaben auf die Einnahme dieses Seegebiets. Weitere Einzelheiten zum Verlauf der Kämpfe oder zur Kontrolle einzelner Orte wurden nicht genannt.
Die Vereinten Nationen und die Internationale Organisation für Migration (IOM) warnten, die neue Vertreibungswelle verschärfe die bereits dramatische humanitäre Lage im Jemen. Das Land ist seit zwölf Jahren von Krieg geprägt. Die erneute Flucht stellt die betroffene Bevölkerung und die auf Hilfe angewiesenen Menschen vor zusätzliche Belastungen.
Wie viele Menschen in Aden untergekommen sind und welche Unterstützung sie dort erhalten, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Auch zu den Bedingungen der nach Dschibuti geflohenen Menschen wurden keine weiteren Angaben gemacht. Fest steht nach Einschätzung der UN und der IOM, dass die jüngste militärische Entwicklung die humanitäre Krise weiter verschärft.