Amnesty International hat nach eigenen Angaben 87 mutmaßlich Verantwortliche für die Niederschlagung der „Frau, Leben, Freiheit“-Proteste im Iran identifiziert. Die Menschenrechtsorganisation veröffentlichte die Einschätzung vier Jahre nach dem Vorgehen der iranischen Staatsgewalt gegen die landesweiten Proteste.
Die Demonstrationen waren nach dem Tod von Mahsa Jina Amini entstanden. Ihr Tod stand im Zentrum der Proteste, die sich gegen die Verhältnisse im Iran und das Vorgehen der Behörden richteten. Im Zusammenhang mit der Niederschlagung erhebt Amnesty Vorwürfe gegen mutmaßlich Verantwortliche aus der damaligen Staatsgewalt.
Nach Darstellung der Organisation könnten die im Zusammenhang mit dem Vorgehen erhobenen Vorwürfe den Tatbestand möglicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit erfüllen. Die Benennung von 87 Personen ist dabei als Zuordnung mutmaßlicher Verantwortung zu verstehen. Eine gerichtliche Feststellung der individuellen Schuld ist damit nicht verbunden.
Die Veröffentlichung von Amnesty zielt darauf, die Verantwortlichen für das Vorgehen gegen die Proteste zu dokumentieren und Fragen der Rechenschaftspflicht aufzuwerfen. Die Organisation macht damit auch Jahre nach den Ereignissen auf die Folgen der staatlichen Niederschlagung aufmerksam.
Die Proteste unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ hatten nach dem Tod von Mahsa Jina Amini begonnen und sich im Iran landesweit ausgebreitet. Amnesty spricht im Zusammenhang mit dem Vorgehen der Behörden von möglichen schweren Menschenrechtsverletzungen und fordert die Aufarbeitung der mutmaßlichen Verantwortlichkeiten.