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Razzien gegen LGBTQ+-Gruppen in mehreren türkischen Städten

In der Türkei sind bei Razzien gegen LGBTQ+-, Menschenrechts- und HIV-Hilfegruppen Dutzende Menschen festgenommen worden. Bei Protesten gegen das Vorgehen nahm die Polizei zudem mehr als 150 Menschen fest, darunter Journalisten.

Razzien gegen LGBTQ+-Gruppen in mehreren türkischen Städten
Foto: The Guardian World

Die türkische Polizei ist in mehreren Städten gegen Organisationen aus dem LGBTQ+-Bereich sowie gegen Menschenrechts- und HIV-Hilfegruppen vorgegangen. Betroffen waren nach vorliegenden Informationen Istanbul, Ankara, İzmir, Aydın und Mersin. Bei den Razzien wurden Dutzende Menschen festgenommen.

Weitere Festnahmen gab es bei Protesten gegen das Vorgehen der Behörden. Dabei sollen mehr als 150 Menschen in Gewahrsam genommen worden sein. Unter den Betroffenen waren auch Journalisten. Die Polizei setzte nach den vorliegenden Angaben Tränengas ein.

Zur Begründung der Maßnahmen beriefen sich die türkischen Behörden auf Gesetze gegen Obszönität. Ein türkischer Minister erklärte, das Vorgehen diene dem „Schutz der Familien“. Weitere Einzelheiten zu den konkreten Vorwürfen gegen die festgenommenen Menschen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.

Die Razzien und Festnahmen richten sich den Angaben zufolge gegen mehrere Einrichtungen und Zusammenschlüsse, die sich mit den Rechten von LGBTQ+-Menschen, Menschenrechtsfragen und der Unterstützung von Menschen mit HIV befassen. Die Aktionen fanden demnach zeitgleich beziehungsweise im Zusammenhang in verschiedenen Städten statt.

Auch die Reaktionen auf der Straße wurden von den Sicherheitskräften unterbunden. Dass neben Aktivisten auch Journalisten festgenommen wurden, betrifft dabei nicht nur die unmittelbar betroffenen Organisationen, sondern auch die Berichterstattung über die Proteste. Eine genaue Zahl der Festnahmen bei den Razzien wurde nicht genannt; die verfügbaren Angaben sprechen von Dutzenden Betroffenen.

Die Maßnahmen stehen nach der vorliegenden Meldung im Zusammenhang mit einem Vorgehen der türkischen Behörden gegen LGBTQ+-Aktivisten und Organisationen. Die Begründung mit dem Schutz der Familien sowie der Verweis auf Obszönitätsgesetze markieren dabei die offizielle Darstellung der Regierung. Unabhängige Angaben zu den rechtlichen Verfahren oder zu möglichen Anklagen gegen die Festgenommenen liegen nicht vor.

Die Informationen stammen aus einer Meldung des Guardian. Nach deren Angaben erstreckten sich die Einsätze und anschließenden Proteste auf Istanbul, Ankara, İzmir, Aydın und Mersin. Wie viele Menschen sich weiterhin in Polizeigewahrsam befinden, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich.

Quelle: The Guardian World ↗