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Klimaforscher erwartet für 2027 möglichen globalen Temperaturrekord

Der Grazer Klimaforscher Gottfried Kirchengast rechnet für 2027 mit einem möglichen globalen Temperaturrekord. Ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis könnte die Erwärmung zusätzlich verstärken.

Klimaforscher erwartet für 2027 möglichen globalen Temperaturrekord
Foto: KURIER

Das Jahr 2027 könnte nach Einschätzung des Grazer Klimaforschers Gottfried Kirchengast zum heißesten Jahr seit Beginn der weltweiten Temperaturmessungen werden. Als möglichen Grund nennt er ein außergewöhnlich starkes El-Niño-Ereignis. Nach den vorliegenden Angaben könnte dieses mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 95 Prozent das stärkste seit Beginn der Aufzeichnungen werden.

Kirchengast erwartet in diesem Zusammenhang Temperaturabweichungen von bis zu vier Grad. Üblicher seien Werte von etwa 2,5 Grad. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, könnte 2027 den bisherigen globalen Temperaturrekord brechen. Die Prognose bezieht sich auf die weltweite Entwicklung und ist mit dem möglichen Auftreten des besonders starken El Niño verbunden.

Für Österreich fällt die Bilanz der vergangenen Hitzeperioden bereits außergewöhnlich aus. Nach Angaben des Wegener Centers war der Sommer 2026 der heißeste seit dem Beginn der Aufzeichnungen vor rund 260 Jahren. Die Belastung erreichte demnach 50.000 Arealgradtage. In früheren Jahrzehnten hatte der Durchschnitt bei etwa 2.000 bis 2.500 Arealgradtagen gelegen.

Die Kennzahl verdeutlicht den Angaben zufolge das Ausmaß der Hitze im Vergleich zu früheren Zeiträumen. Zwischen dem für 2026 genannten Wert und den durchschnittlichen Belastungen früherer Jahrzehnte liegt damit ein deutlicher Abstand. Das Wegener Center wertet die Entwicklung als Ausdruck der zunehmenden klimatischen Belastung in Österreich.

Kirchengast führt rund 80 Prozent der Stärke jüngster Hitzewellen auf menschengemachte Emissionen zurück. Damit wird der überwiegende Anteil der beobachteten Intensität mit dem vom Menschen verursachten Klimawandel in Verbindung gebracht. Zugleich verweist die Einschätzung für 2027 auf den möglichen zusätzlichen Einfluss eines starken El-Niño-Ereignisses.

Auch die erwarteten finanziellen Folgen werden als erheblich eingeschätzt. Das Wegener Center rechnet mit klimawandelbedingten Schäden in Österreich zwischen 3,8 und 7,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030. Bis 2050 könnten sich die Schäden auf rund 15 Milliarden Euro summieren.

Die Angaben machen deutlich, dass die möglichen Auswirkungen nicht allein in einzelnen Temperaturrekorden liegen. Für Österreich werden bereits für die kommenden Jahre beträchtliche wirtschaftliche Belastungen erwartet. Die Prognose für 2027 und die Bilanz des Sommers 2026 ordnen sich damit in eine Entwicklung ein, die von außergewöhnlicher Hitze und steigenden Schäden geprägt ist.

Ob 2027 tatsächlich einen neuen globalen Temperaturrekord erreichen wird, hängt von der weiteren Entwicklung und insbesondere vom Ausmaß des erwarteten El-Niño-Ereignisses ab. Kirchengasts Einschätzung beschreibt dabei ein mögliches Szenario mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen. Die bisherigen Daten aus Österreich unterstreichen zugleich die bereits heute messbare Belastung durch Hitze.

Quelle der Angaben ist ein Bericht des KURIER unter Berufung auf den Grazer Klimaforscher Gottfried Kirchengast und das Wegener Center.

Quelle: KURIER ↗