Bei russischen Angriffen auf Ziele in der westukrainischen Region Wolyn ist nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive eines Passagierzuges von Kiew nach Warschau getroffen worden. Der Vorfall ereignete sich am Grenzbahnhof Jahodyn nahe der polnischen Grenze. Die Reisenden wurden nach den vorliegenden Angaben evakuiert. Verletzt wurde niemand.
Die polnische Eisenbahn übernahm den Zug anschließend. Wegen des Vorfalls setzte er seine Fahrt nach Warschau mit einer Verspätung von mehr als sechs Stunden fort. Weitere Angaben zu Schäden am Zug oder zum Ablauf der Evakuierung lagen zunächst nicht vor.
Auch auf polnischer Seite wurden Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Der polnische Verteidigungsminister berichtete von Drohneneinschlägen in der Nähe der Grenze. Die Einschläge hätten sich demnach rund einen Kilometer beziehungsweise fünf Kilometer von der polnischen Grenze entfernt ereignet. Nach seinen Angaben verletzte der Vorfall den polnischen Luftraum nicht.
Zur Überwachung der Lage setzte Polen F-16-Kampfjets und ein Aufklärungsflugzeug ein. Regierungschef Donald Tusk berief für den Nachmittag einen Krisenstab ein. Damit reagierte die polnische Regierung auf die Angriffe in der angrenzenden ukrainischen Region und die gemeldeten Drohneneinschläge nahe der Grenze.
Russland bestätigte Angriffe auf Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Nach russischer Darstellung dienen die betroffenen Anlagen dem Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern. Diese Einordnung bezieht sich auf die Infrastruktur und nicht ausdrücklich auf den betroffenen Passagierzug.
Der Grenzbahnhof Jahodyn ist eine wichtige Verbindung zwischen der Ukraine und Polen. Der betroffene Zug verkehrt auf der Strecke von Kiew in die polnische Hauptstadt. Trotz der Beschädigung an der Lokomotive konnte die Verbindung nach der Übernahme durch die polnische Eisenbahn fortgesetzt werden.
Die Ereignisse ereigneten sich in einem Gebiet der Westukraine, das nahe an der NATO- und EU-Außengrenze liegt. Nach den vorliegenden Angaben gab es jedoch keinen Eintritt von Flugkörpern in den polnischen Luftraum. Die polnischen Streitkräfte überwachten die Situation mit Kampfflugzeugen und einem Aufklärungsflugzeug.
Weitere Einzelheiten zu den Angriffen, möglichen Schäden an der Eisenbahninfrastruktur oder den Hintergründen der Drohneneinschläge wurden zunächst nicht genannt. Fest steht nach den bisher vorliegenden Informationen, dass der Zugverkehr zwischen der Ukraine und Polen beeinträchtigt wurde, der Zug seine Fahrt jedoch fortsetzen konnte und keine Passagiere zu Schaden kamen.