Äthiopien will rund 20.000 Universitätsstudierende aus der nördlichen Region Tigray vorübergehend an andere staatliche Hochschulen verlegen. Das teilte das Bildungsministerium des Landes mit. Die Maßnahme wird mit der anhaltenden Sicherheitslage in der Region begründet, in der weiterhin Kämpfe und Drohnenangriffe gemeldet werden.
Nach Angaben des Ministeriums soll die Umsiedlung vorbereitet werden, um den Studierenden den weiteren Besuch staatlicher Hochschulen außerhalb Tigrays zu ermöglichen. Einzelheiten zum Ablauf, zum Zeitpunkt der Verlegung oder zur Auswahl der aufnehmenden Universitäten wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Das Bildungsministerium wirft der Tigray People’s Liberation Front (TPLF) vor, Universitäten als Militärstützpunkte zu nutzen. Die TPLF ist eine politische und bewaffnete Organisation aus Tigray. Die vorliegenden Angaben enthalten keine Stellungnahme der Organisation zu dem Vorwurf.
Die Sicherheitslage belastet den Hochschulbetrieb in der Region. Während die Vorbereitungen für die Verlegung laufen, dauern die Kämpfe und Drohnenangriffe nach den Angaben weiter an. Damit wird die Rückkehr zu einem regulären Studienbetrieb in Tigray erschwert.
Für viele Studierende sind die aktuellen Ereignisse zudem mit den Erfahrungen des Tigray-Kriegs verbunden, der von 2020 bis 2022 dauerte. Berichten zufolge sind die traumatischen Erlebnisse dieser Zeit weiterhin präsent. Die geplante Verlegung betrifft damit nicht nur die Organisation des Studiums, sondern erfolgt auch vor dem Hintergrund anhaltender Belastungen für die betroffenen Studierenden.
Die Entscheidung der äthiopischen Regierung zeigt, wie stark der Konflikt weiterhin den Bildungssektor in Tigray beeinflusst. Rund 20.000 Studierende sollen ihre bisherigen Hochschulstandorte vorübergehend verlassen, während die Kämpfe und Angriffe in der Region andauern. Weitere Angaben zu den konkreten Bedingungen der Unterbringung und des Studiums an den anderen staatlichen Universitäten liegen derzeit nicht vor.