Schweden steht vor einem besonders engen Rennen um die künftige politische Mehrheit. Bei der anstehenden Parlamentswahl liegen das linke und das rechte Lager nach jüngsten Umfragen lediglich 0,3 Prozentpunkte auseinander. Damit ist offen, welches Bündnis am Ende die besseren Voraussetzungen für eine Regierungsbildung haben wird.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den rechtspopulistischen Schwedendemokraten. Sollten die rechten Parteien eine Mehrheit erreichen, könnte die Partei erstmals unmittelbar an der Regierung beteiligt werden. Eine solche Beteiligung würde eine Veränderung gegenüber der bisherigen Zusammenarbeit bedeuten, bei der die Schwedendemokraten zwar die bürgerliche Regierung unterstützten, aber nicht selbst Minister in ihr stellten.
Ministerpräsident Ulf Kristersson, der den Moderaten vorsteht, hatte 2022 ein Abkommen mit den Schwedendemokraten geschlossen. Dieses Abkommen ermöglichte eine Minderheitsregierung. Die Partei war damit in die politische Zusammenarbeit des rechten Lagers eingebunden, ohne direkt Teil der Regierung zu sein.
Für den Fall einer Wiederwahl hat Kristersson den Schwedendemokraten nun auch Ministerposten zugesagt. Damit könnte die Partei erstmals unmittelbar Verantwortung innerhalb der Regierung übernehmen. Ob es dazu kommt, hängt vom Wahlausgang und den Mehrheitsverhältnissen im neuen Parlament ab.
Gleichzeitig bleibt eine neue Mitte-links-Regierung möglich. Auch dieses Lager kann sich angesichts des äußerst knappen Umfrageergebnisses Hoffnungen auf eine Mehrheit oder eine tragfähige politische Vereinbarung machen. Welche Parteien letztlich gemeinsam regieren können, dürfte daher erst nach der Wahl feststehen.
Das Ergebnis könnte damit nicht nur über die nächste schwedische Regierung entscheiden, sondern auch über die künftige Rolle der Schwedendemokraten. Während sie bislang über ein Abkommen Einfluss auf die Minderheitsregierung ausübten, steht nun eine direkte Regierungsbeteiligung im Raum. Angesichts des Abstands von nur 0,3 Prozentpunkten bleibt der Ausgang jedoch offen.