Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil setzt sich für eine europäische Sondersteuer auf die Gewinne von Mineralölkonzernen ein. Nach seiner Vorstellung sollen außergewöhnlich hohe Erträge der Branche stärker abgeschöpft werden. Klingbeil bezeichnet diese Gewinne als „maßlose Krisenprofite“. Mit den zusätzlichen Einnahmen sollen Autofahrer entlastet werden.
Der Vorstoß zielt auf eine Regelung auf Ebene der Europäischen Union. Klingbeil bemüht sich nach den vorliegenden Informationen um Unterstützung in Spanien und Polen. Damit will er offenbar weitere Partner für seine Initiative gewinnen. Konkrete Einzelheiten zur Ausgestaltung der Sondersteuer oder zum möglichen Umfang der Entlastung für Autofahrer wurden nicht genannt.
In der deutschen Bundesregierung ist der Plan allerdings umstritten. Dort stößt Klingbeil mit seiner Forderung auf Ablehnung. Damit steht der Finanzminister bei dem Vorhaben nicht geschlossen hinter der eigenen Regierung. Wie die unterschiedlichen Positionen innerhalb der Bundesregierung zusammengeführt werden könnten, bleibt zunächst offen.
Im Mittelpunkt von Klingbeils Argumentation stehen die aus seiner Sicht außergewöhnlichen Gewinne der Mineralölbranche während einer Krise. Diese sollen nach seinem Vorschlag nicht vollständig bei den Unternehmen verbleiben. Stattdessen sollen sie über eine europäische Sondersteuer teilweise abgeschöpft und zur Entlastung von Autofahrern eingesetzt werden.
Für die Umsetzung wäre nach Klingbeils Ansatz eine Verständigung auf europäischer Ebene erforderlich. Der Finanzminister sucht deshalb den Austausch beziehungsweise die Unterstützung Spaniens und Polens. Ob diese Bemühungen erfolgreich sind und ob sich daraus ein gemeinsamer europäischer Vorstoß entwickelt, ist nach den vorliegenden Informationen noch nicht bekannt.
Der Vorstoß zeigt zugleich einen politischen Konflikt über den Umgang mit den Gewinnen der Mineralölkonzerne. Während Klingbeil eine zusätzliche Abgabe auf außergewöhnliche Erträge befürwortet, gibt es innerhalb der Bundesregierung Widerstand. Weitere Angaben zu den Gründen der Ablehnung oder zu den Positionen der beteiligten Länder liegen nicht vor.