Die Vereinten Nationen haben seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 mehr als 1.000 Fälle sexualisierter Gewalt dokumentiert. Nach den vorliegenden Angaben wurden insgesamt 1.004 Fälle erfasst. Davon werden 892 Fälle Truppen und Funktionären der russischen Seite zugerechnet, 112 Fälle der ukrainischen Seite.
Die dokumentierten Übergriffe umfassen nach den Angaben unter anderem Vergewaltigungen, Schläge, Stromstöße gegen die Genitalien und erzwungene Nacktheit. Die Fälle ereigneten sich in verschiedenen vom Krieg betroffenen Gebieten der Ukraine. Eine weitergehende Aufschlüsselung nach Orten oder Zeitpunkten liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Die Zahlen machen deutlich, dass sexualisierte Gewalt in dem seit Februar 2022 andauernden Krieg auf beiden Seiten dokumentiert wurde. Mit 892 Fällen entfällt der weitaus größere Teil der erfassten Vorwürfe auf russische Truppen und Funktionäre. Für die ukrainische Seite wurden 112 Fälle registriert. Die Angaben beziehen sich auf dokumentierte Fälle und stellen damit keine darüber hinausgehende Schätzung aller möglichen Übergriffe dar.
Sexualisierte Gewalt im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten gilt als besonders schwere Form von Gewalt. Die dokumentierten Vorwürfe reichen in diesem Fall von Vergewaltigungen bis zu körperlichen Misshandlungen und Handlungen, die auf Demütigung und Zwang zielten. Zu den genannten Formen gehören auch Schläge, Stromstöße im Genitalbereich sowie das Erzwingen von Nacktheit.
Die vorliegenden Informationen nennen keine Einzelheiten zu den betroffenen Personen, zu den konkreten Tatorten oder zu möglichen Gerichtsverfahren. Ebenso ist daraus nicht ersichtlich, in welchem Umfang die jeweiligen Fälle rechtlich aufgearbeitet wurden. Fest steht nach der UN-Dokumentation jedoch, dass solche Übergriffe seit Beginn der Invasion in den vom Krieg betroffenen Gebieten wiederholt erfasst wurden.
Die Gesamtzahl von 1.004 dokumentierten Fällen setzt sich aus den 892 Fällen zusammen, die russischen Truppen und Funktionären zugerechnet werden, sowie den 112 Fällen auf ukrainischer Seite. Die Zahlen ordnen die dokumentierten Vorwürfe den beiden Konfliktparteien zu, enthalten jedoch keine zusätzlichen Angaben zu individuellen Verantwortlichkeiten.
Die Angaben stammen aus einer von den Vereinten Nationen dokumentierten Erfassung sexualisierter Gewalt während der russischen Invasion. Sie geben den verfügbaren Stand seit Februar 2022 wieder. Ob weitere Fälle hinzukommen oder bereits erfasste Fälle später anders bewertet werden, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht ableiten.