Südkorea erwägt eine Ausweitung des Einsatzes seiner Marine im Golf von Aden. Präsident Lee Jae Myung erklärte, seine Regierung prüfe, die dort stationierte Einheit künftig umfassender einzusetzen. Ziel sei es, südkoreanische Schiffe und die Seewege für Öltransporte des Landes besser zu schützen.
Der Golf von Aden liegt vor der Küste Jemens und Somalias und gehört zu den wichtigen maritimen Routen der Region. Südkorea beteiligt sich dort bereits seit Jahren mit der Cheonghae-Einheit an Maßnahmen gegen Piraterie. Nach Angaben aus der Meldung könnte der Aufgabenbereich der Einheit angesichts wachsender Gefahren für die Schifffahrt erweitert werden.
Lee machte zugleich deutlich, dass Südkorea keine Maßnahmen ergreifen wolle, die das Land in den Konflikt zwischen den USA und Iran hineinziehen könnten. Damit wies der Präsident dem Bericht zufolge auf jüngsten Druck der Regierung von US-Präsident Donald Trump zurück.
Eine konkrete Entscheidung über Umfang oder Zeitpunkt einer möglichen Ausweitung des Einsatzes wurde nicht genannt. Fest steht nach den vorliegenden Angaben, dass Seoul den Schutz eigener Schiffe und der für das Land wichtigen Öltransporte als zentralen Grund für die Prüfung ansieht. Die Cheonghae-Einheit bleibt dabei der bestehende militärische Rahmen für Südkoreas Präsenz auf den maritimen Routen vor Jemen und Somalia.