Jemens Anti-Huthi-Kräfte haben eine Untersuchung des plötzlichen militärischen Zusammenbruchs im Westen des Landes eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Koordination und zur Moral der Truppen. Die Niederlage ereignete sich während einer Offensive, die als entscheidender Vorstoß auf Sanaa, die von den Huthi kontrollierte Hauptstadt, angekündigt worden war.
Nach Angaben aus der vorliegenden Meldung wurden mehr als 15 Brigaden geschlagen. In der Folge geriet die gesamte Westküste Jemens unter die Kontrolle der Huthi. Der Ausgang der Kämpfe löste innerhalb der Kräfte, die der international anerkannten jemenitischen Regierung nahestehen, eine intensive Aufarbeitung aus.
Unklar ist bislang, warum die Offensive so schnell in einen umfassenden Rückzug beziehungsweise eine militärische Niederlage umschlug. Die Untersuchung soll unter anderem klären, ob die beteiligten Einheiten ausreichend koordiniert waren und wie es um ihre Einsatzbereitschaft und Kampfmoral stand. Weitere Einzelheiten zum Ablauf oder zu den konkreten Ergebnissen der Prüfung liegen nicht vor.
Einige Politiker stellen zudem die Behauptung auf, dass den Truppen Milliarden Dollar angeboten worden seien, damit sie ihre Position aufgeben. Diese Darstellung wird in der vorliegenden Meldung als Behauptung von Politikern wiedergegeben. Eine Bestätigung oder nähere Angaben zu möglichen Angeboten werden nicht genannt.
Parallel zu der Aufarbeitung bemühen sich die Anti-Huthi-Kräfte um eine Neuorganisation. Als nächstes Ziel wird die Einnahme der Kahbob-Berge genannt. Die strategisch gelegene Gebirgsregion könnte den Angaben zufolge dazu dienen, Bewegungen der Huthi in Richtung der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab einzuschränken.
Die Meerenge verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und liegt an einer für die Region bedeutenden Position. Welche Kräfte derzeit die Kahbob-Berge kontrollieren und wie weit die Vorbereitungen für einen erneuten Vorstoß gediehen sind, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die Ereignisse markieren einen schweren Rückschlag für die Anti-Huthi-Kräfte und die mit ihnen verbundenen Strukturen der international anerkannten Regierung. Der geplante Angriff auf Sanaa konnte demnach nicht aufrechterhalten werden. Stattdessen verloren die Regierungskräfte innerhalb des westlichen Jemens wichtige Gebiete, darunter die gesamte Westküste.
Die angekündigte Reorganisation soll offenbar die militärische Handlungsfähigkeit wiederherstellen. Ob sie zu einer neuen Offensive führt und ob die Anti-Huthi-Kräfte ihre Positionen tatsächlich festigen können, bleibt offen. Ebenso sind die politischen und militärischen Folgen des Zusammenbruchs noch nicht absehbar.