Was passiert ist
Die russische Künstlerin und Aktivistin Rita Flores berichtet über eine mutmaßliche dreijährige Zusammenarbeit mit dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB. Nach ihren Angaben sei sie zunächst durch Erpressung und Todesdrohungen zur Kooperation gedrängt worden. Später habe sie Aufträge erhalten, die zunehmend schwerwiegender gewesen seien.
Flores, die früher dem Pussy-Riot-Kollektiv angehörte, erklärte, sie habe unter anderem Informationen über andere Aktivisten sammeln sollen. Schließlich sei sie nach eigener Darstellung in einen Plan einbezogen worden, einen Gegner des Kremls zu entführen und zu töten. Die Zusammenarbeit habe sie erst beendet, als sie im vergangenen Monat aus Russland floh.
Was wir wissen
Bei Flores handelt es sich nach den vorliegenden Angaben um eine 29-jährige russische Künstlerin und Aktivistin. Sie gab dem Guardian ihr erstes Medieninterview, seit sie Russland verlassen hat. In ihrer Schilderung erstreckte sich die mutmaßliche Steuerung durch FSB-Beamte über einen Zeitraum von drei Jahren.
Zu den von ihr beschriebenen Aufgaben gehörten demnach das Informieren über andere Aktivisten sowie das Erlangen persönlicher Informationen über Künstler, die oppositionellen oder protestorientierten Aktivitäten nahestanden. Die Angaben beziehen sich außerdem auf eine mögliche Beteiligung an einem Entführungs- und Mordplan gegen eine Person, die als Gegner des Kremls beschrieben wird.
Als Gründe für ihre anfängliche Kooperation nannte Flores Erpressung und Todesdrohungen. Sie habe die Zusammenarbeit nach eigener Darstellung erst durch ihre Flucht aus Russland beendet. Ein genauer Ort des Geschehens wird in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Was noch unklar ist
Die vorliegenden Angaben stützen sich auf die Schilderung von Rita Flores. Eine unabhängige Bestätigung ihrer Darstellung oder eine Stellungnahme des FSB beziehungsweise russischer Behörden ist in den bereitgestellten Informationen nicht enthalten. Unklar bleibt außerdem, wann und wo die einzelnen Aufträge erteilt worden sein sollen, gegen wen sich der mutmaßliche Entführungs- und Mordplan konkret richtete und ob es zu einer tatsächlichen Umsetzung kam.
Ebenfalls nicht bekannt ist, welche Belege Flores für ihre Angaben vorgelegt hat. Die Informationen enthalten zudem keine näheren Details zu den beteiligten FSB-Beamten oder zu den Folgen ihrer Flucht.
Quelle
The Guardian World