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UN-Sonderberichterstatter sieht mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei US-Bootsangriffen

Bei Einsätzen gegen mutmaßliche Drogenboote im Pazifik und in der Karibik sind seit September 2025 mehr als 230 Menschen getötet worden. Ein UN-Sonderberichterstatter sieht Anhaltspunkte für Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

UN-Sonderberichterstatter sieht mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit bei US-Bootsangriffen
Foto: Drinu Cutajar · Pexels
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Ein UN-Sonderberichterstatter kommt zu dem Schluss, dass die US-Angriffe auf Boote im Pazifik und in der Karibik möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Bei den Einsätzen gegen Schiffe, die nach US-Angaben mutmaßlich Drogen transportierten, wurden seit September 2025 mehr als 230 Menschen getötet.

Nach der vorliegenden Einschätzung gibt es hinreichende Gründe für die Annahme, dass die Angriffe gegen internationales Menschenrecht verstoßen haben könnten. Die Bewertung bezieht sich auf eine Reihe von Operationen, die von den Vereinigten Staaten mit dem Ziel begründet wurden, den Seeweg des Drogenhandels in Richtung USA zu unterbrechen.

Der jüngste in der Meldung genannte Angriff ereignete sich am Samstag in der Karibik. Dabei kamen vier Menschen ums Leben. Nähere Angaben zu den Betroffenen, dem genauen Ort oder zum Ablauf des Einsatzes liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor. Auch ist nicht bekannt, welche konkreten Belege der Sonderberichterstatter für die einzelnen Angriffe herangezogen hat.

Die Vorwürfe betreffen Einsätze in zwei großen Meeresregionen. Neben der Karibik ist auch der Pazifische Ozean betroffen. Insgesamt soll es seit September 2025 Dutzende US-Angriffe auf Boote gegeben haben. Die Vereinigten Staaten begründeten ihr Vorgehen demnach damit, den mutmaßlichen Transport illegaler Drogen auf dem Seeweg in die USA zu stoppen.

Die Formulierung des Sonderberichterstatters stellt eine schwerwiegende menschenrechtliche Bewertung dar. Sie bedeutet nach den vorliegenden Angaben jedoch nicht, dass bereits ein abschließendes gerichtliches Urteil über sämtliche Einsätze vorliegt. Es handelt sich um die Einschätzung eines mit Menschenrechtsfragen befassten UN-Experten im Rahmen des UN-Menschenrechtsrats.

Die hohe Zahl der Todesopfer verleiht der Untersuchung besonderes Gewicht. Seit Beginn der Angriffe im September 2025 seien mehr als 230 Menschen getötet worden. Ob alle Betroffenen an Bord der angegriffenen Boote waren und welche Rolle ihnen jeweils zugeschrieben wurde, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Ebenso fehlen Angaben dazu, ob bei den Einsätzen Menschen festgenommen oder Drogen sichergestellt wurden.

Der Fall wirft damit die Frage auf, unter welchen rechtlichen Voraussetzungen die USA Boote außerhalb ihres eigenen Staatsgebiets angreifen dürfen. Die vorliegende Bewertung konzentriert sich auf die Rechtmäßigkeit und die Folgen der militärischen beziehungsweise staatlichen Einsätze. Eine ausführliche Darstellung der US-Reaktion oder eine Stellungnahme der betroffenen Staaten ist in den verfügbaren Informationen nicht enthalten.

Die Angriffe sollen nach US-Darstellung der Bekämpfung des Drogenschmuggels dienen. Der UN-Sonderberichterstatter bewertet sie hingegen unter dem Blickwinkel des internationalen Menschenrechtsschutzes und sieht mögliche Anhaltspunkte für systematische oder besonders schwere Verstöße. Genauere Angaben zur weiteren Prüfung der Vorwürfe liegen bislang nicht vor.

Das berichtete zuerst The Guardian World.

Quelle: The Guardian World ↗