Bei landesweiten Razzien in der Türkei hat die Polizei am Sonntag mindestens 60 Menschen festgenommen. Die Einsätze richteten sich nach vorliegenden Angaben gegen Gay-Bars sowie gegen Wohnungen von LGBTQ-Aktivisten. Die betroffenen Orte wurden nicht näher bezeichnet.
Die türkischen Behörden begründeten die Operation mit dem Ziel, traditionelle Familienwerte zu stärken. Weitere Einzelheiten zu den Festnahmen, etwa zu den konkreten Vorwürfen oder zur Dauer der Maßnahmen, wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Menschenrechtsorganisationen, türkische Oppositionsparteien und der Türkei-Berichterstatter des Europäischen Parlaments kritisierten das Vorgehen. Sie verurteilten die Razzien als diskriminierend. Die Kritik bezog sich damit insbesondere auf die Auswahl der Ziele und das Vorgehen gegen Menschen aus der LGBTQ-Gemeinschaft.
Die Festnahmen erfolgten im Rahmen einer landesweit angelegten Operation. Angaben dazu, ob alle Betroffenen weiterhin festgehalten werden oder ob einzelne Personen wieder freigelassen wurden, liegen nicht vor. Auch zur Zahl der durchsuchten Bars und Wohnungen wurden keine Informationen veröffentlicht.
Der Vorgang reiht sich nach Darstellung der Quelle in eine staatlich geführte Maßnahme gegen LGBTQ-Personen und deren Unterstützer ein. Die vorliegenden Angaben enthalten jedoch keine weiteren Details zu möglichen rechtlichen Schritten oder zu einer Stellungnahme der Betroffenen.