Die türkische Polizei hat am Sonntag Razzien in LGBTQ+-Bars sowie in Wohnungen von LGBTQ+-Aktivisten durchgeführt. Dabei wurden nach vorliegenden Angaben Dutzende Menschen festgenommen. Die genauen Orte der Einsätze wurden nicht genannt.
Nach Angaben der türkischen Behörden standen die Durchsuchungen im Zusammenhang mit der von Präsident Recep Tayyip Erdoğan ausgerufenen „Dekade der Familie“. Diese Initiative soll nach Darstellung der Behörden dem Schutz von Kindern, der Institution Familie und der gesellschaftlichen Ordnung dienen.
Betroffen waren den Angaben zufolge sowohl Einrichtungen der LGBTQ+-Szene als auch private Wohnungen von Aktivisten. Weitere Einzelheiten zu den Festgenommenen, den konkreten Vorwürfen oder möglichen Ermittlungsverfahren liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Die Razzien markieren einen weiteren staatlichen Eingriff gegen Menschen und Orte aus dem LGBTQ+-Umfeld. Unklar bleibt, wie viele Bars und Wohnungen durchsucht wurden und ob alle Festgenommenen weiterhin in Gewahrsam sind.
Die Informationen wurden von France 24 English veröffentlicht. Eine unabhängige Bewertung der behördlichen Begründung oder zusätzliche Angaben zum weiteren Verlauf der Maßnahmen liegen nicht vor.