Die Schweizer Gletscher haben in diesem Jahr 5,5 Prozent ihres Eisvolumens verloren. Damit verzeichnet die Schweiz den zweitgrößten prozentualen Rückgang in ihrer bisherigen Messgeschichte. Die Entwicklung betrifft die Gletscher im gesamten Land und setzt einen anhaltenden Trend starken Eisverlusts fort.
Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Veränderungen in einer Region, die für die Wasserversorgung Europas eine wichtige Rolle spielt. Die Schweizer Gletscher gelten als eine Art Wasserspeicher des Kontinents. Ihr Schmelzwasser speist große Flüsse und trägt damit über die Schweiz hinaus zum Wasserhaushalt bedeutender Stromgebiete bei.
Der Rückgang ist auch für die Schweiz selbst von Bedeutung. Das Land ist auf Wasserkraft angewiesen, die zu den Bereichen gehört, für die die Gletscher langfristig eine wichtige Rolle spielen. Genauere Angaben dazu, welche Auswirkungen der diesjährige Verlust bereits auf die Energieversorgung oder einzelne Flüsse hat, liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Der nun gemeldete Wert ordnet sich in eine Entwicklung ein, bei der die Gletscher wiederholt große Mengen Eis verlieren. Dass der diesjährige Rückgang der zweitgrößte prozentuale Verlust seit Beginn der Aufzeichnungen ist, unterstreicht die außergewöhnliche Größenordnung. Angaben dazu, welcher konkrete Zeitraum den bisherigen Höchstwert markiert oder wie viel Eis absolut verloren ging, wurden nicht genannt.
Gletscher reagieren empfindlich auf Veränderungen ihrer klimatischen Bedingungen. Ihr Rückgang ist deshalb nicht nur ein sichtbares Zeichen für die Veränderung der alpinen Landschaft, sondern kann auch Folgen für die Verfügbarkeit von Wasser haben. Besonders relevant ist dabei ihre Funktion als natürlicher Speicher: Während der warmen Jahreszeit geben sie Schmelzwasser an Flüsse ab und verbinden damit die Entwicklung in den Alpen mit den Wasserständen in weiter entfernten Regionen.
Wie sich der Eisverlust in den kommenden Jahren entwickeln wird, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten. Fest steht jedoch, dass die Schweizer Gletscher erneut deutlich an Masse verloren haben. Für ein Land, dessen Gewässer über große Flusssysteme in andere Teile Europas entwässern und das zugleich stark auf Wasserkraft setzt, hat diese Entwicklung eine Bedeutung, die über den unmittelbaren Verlust der Eisflächen hinausreicht.
Über den Verlust von 5,5 Prozent des Schweizer Gletschereises berichtete zuerst CBC World.
Kurz zusammengefasst
- Die Schweizer Gletscher verloren in diesem Jahr 5,5 Prozent ihres Eisvolumens
- Damit ist es der zweitgrößte prozentuale Rückgang seit Beginn der Messungen
- Die Gletscher speichern Wasser, speisen große Flüsse und sind für Europas Wasserhaushalt wichtig
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