Deutschland muss offenbar mit erheblichen Verzögerungen bei der Lieferung amerikanischer Tomahawk-Raketen rechnen. Nach Informationen der Welt könnten sich die Lieferungen möglicherweise um mehrere Jahre verschieben. Als Gründe werden der Krieg gegen den Iran und Engpässe bei der Produktion in den USA genannt.
Die möglichen Verzögerungen betreffen ein Vorhaben, das für die Bundesregierung im Zusammenhang mit der geplanten Vertiefung der sicherheitspolitischen und militärischen Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten steht. Die Lieferprobleme könnten diese Bemühungen erschweren.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius reist am Dienstag nach Washington. Bei seinem Besuch soll die Rüstungskooperation mit den USA intensiviert werden. Vor dem Hintergrund der erwarteten Lieferverzögerungen steht dabei auch die Verfügbarkeit amerikanischer Waffensysteme im Mittelpunkt.
Konkrete Angaben zum Umfang der Verzögerungen oder zu einem möglichen neuen Lieferzeitplan liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor. Fest steht demnach lediglich, dass Deutschland mit erheblichen und möglicherweise jahrelangen Wartezeiten rechnen muss.
Die Tomahawk-Raketen werden in den USA hergestellt. Der Krieg gegen den Iran soll die Nachfrage beziehungsweise die Auslastung der amerikanischen Produktionskapazitäten beeinflussen. Zusätzlich werden allgemeine Produktionsengpässe in den Vereinigten Staaten als Ursache für die erwarteten Verzögerungen genannt.
Die Bundesregierung steht damit vor der Frage, wie sich die geplante engere Zusammenarbeit mit Washington unter den veränderten Lieferbedingungen umsetzen lässt. Weitere Einzelheiten zu den Gesprächen von Pistorius in Washington sowie zu den Auswirkungen auf die deutsche Beschaffungspolitik sind den vorliegenden Angaben nicht zu entnehmen.