Die türkische Regierung hat ein umfassendes Vorgehen gegen die LGBTQ+-Community eingeleitet. Die Kampagne richtet sich nach vorliegenden Informationen landesweit gegen queere Menschen und wird von den Behörden mit dem Schutz von Familien begründet. Ein einzelner Schwerpunkt der Maßnahmen ist nicht genannt.
Menschenrechtsorganisationen bewerten das Vorgehen deutlich kritischer. Sie werfen den türkischen Behörden vor, LGBTQ+-Menschen zunehmend zu kriminalisieren. Nach ihrer Einschätzung geht es zugleich darum, politischen Aktivismus zu unterbinden. Damit steht der Vorwurf im Raum, dass die Kampagne nicht allein gesellschaftspolitischen Zielen dient, sondern auch gegen organisierte oder öffentlich auftretende Vertreter der queeren Community gerichtet sein könnte.
Die Regierung stellt ihre Maßnahmen dagegen als Beitrag zum Schutz der Familie dar. Weitere Einzelheiten zu den konkreten Schritten, zu ihrem Umfang oder zu möglichen Betroffenen liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor. Unklar ist daher auch, welche staatlichen Stellen an dem Vorgehen beteiligt sind und in welcher Form die Kampagne umgesetzt wird.
Das Vorgehen verschärft den Konflikt zwischen der türkischen Regierung und Menschenrechtsorganisationen. Während die Behörden den Schutz familiärer Strukturen in den Mittelpunkt stellen, sehen die Organisationen darin eine Einschränkung der Rechte queerer Menschen. Besonders umstritten ist der Vorwurf, dass neben der sexuellen und geschlechtlichen Identität auch politisches Engagement ins Visier genommen werden soll.
Die Entwicklung betrifft die LGBTQ+-Community in der Türkei landesweit. Konkrete Angaben zu Festnahmen, Ermittlungen, Verboten oder anderen Maßnahmen wurden in den vorliegenden Informationen nicht gemacht. Ebenso liegen keine Angaben darüber vor, wie die betroffenen Menschen oder ihre Organisationen auf die Kampagne reagieren.
Menschenrechtsorganisationen fordern nach der vorliegenden Darstellung, die Kriminalisierung queerer Menschen zu beenden und politischen Aktivismus nicht zu unterbinden. Die türkische Regierung hält dem ihre Begründung entgegen, mit dem Vorgehen Familien schützen zu wollen. Eine unabhängige Bewertung des Umfangs und der konkreten Folgen der Kampagne ist auf Grundlage der bislang bekannten Angaben nicht möglich.