Nach der Verurteilung des früheren kosovarischen Präsidenten Hashim Thaçi durch die Kosovo-Sonderkammern ist es in der Hauptstadt Pristina zu Protesten gekommen. Das Gericht sprach Thaçi wegen Mordes, Folter und unrechtmäßiger Inhaftierung schuldig. Die Entscheidung löste unter seinen Unterstützern öffentliche Reaktionen aus.
Bereits vor der Urteilsverkündung hatten sich Tausende Menschen in Pristina versammelt. Sie hofften auf einen Freispruch für den früheren Präsidenten. Nach Bekanntgabe des Urteils verließen die Demonstrierenden den Versammlungsort zunächst schweigend. Zu diesem Zeitpunkt blieb die Situation nach den vorliegenden Informationen ruhig.
Später verschärfte sich die Lage vor der EU-Mission in der kosovarischen Hauptstadt. Dort kam es zu Zusammenstößen zwischen einigen Demonstranten und der Bereitschaftspolizei. Weitere Einzelheiten zu möglichen Verletzten, Festnahmen oder Sachschäden liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Thaçi war früher Präsident des Kosovo. Gegenstand des Verfahrens vor den Kosovo-Sonderkammern waren Vorwürfe im Zusammenhang mit Mord, Folter und unrechtmäßiger Inhaftierung. Mit dem Schuldspruch endete das Verfahren mit einer Verurteilung wegen dieser Taten. Angaben zu einem Strafmaß enthält die vorliegende Meldung nicht.
Die Proteste zeigen die Spannungen, die das Urteil in Teilen der kosovarischen Gesellschaft ausgelöst hat. Während die Anhänger Thaçis auf einen Freispruch gehofft hatten, wurde er von den Kosovo-Sonderkammern schuldig gesprochen. Nach dem zunächst stillen Auseinandergehen der Menge verlagerte sich die Auseinandersetzung später an den Sitz der EU-Mission.
Die Ereignisse ereigneten sich in Pristina. Die Kosovo-Sonderkammern waren für die Verurteilung zuständig. Die Zusammenstöße vor der EU-Mission bildeten den bislang beschriebenen Höhepunkt der Proteste nach der Urteilsverkündung.