Die seit Januar geltende Mehrwertsteuersenkung für Speisen in Restaurants und Cafés kommt bei den Gästen offenbar nur begrenzt an. Einer Studie zufolge sind die Preise für Restaurant- und Cafébesuche überwiegend unverändert geblieben. Damit bleibt die von der Bundesregierung angestrebte Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher weitgehend aus.
Für Speisen in der Gastronomie gilt seit Jahresbeginn ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Mit der Maßnahme verband die Bundesregierung nach den vorliegenden Informationen auch das Ziel, Gäste finanziell zu entlasten. Die Untersuchung kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass sich diese Änderung bislang kaum in den Preisen niedergeschlagen hat.
Die Studie bezieht sich auf die Entwicklung der Preise für Restaurant- und Cafébesuche. Demnach blieben diese im Wesentlichen auf dem bisherigen Niveau. Eine breite Weitergabe der steuerlichen Entlastung an die Gäste ist damit nach den vorliegenden Angaben nicht erkennbar. Weitere Einzelheiten zur Methodik der Untersuchung, zum Umfang der ausgewerteten Betriebe oder zu regionalen Unterschieden liegen in den verfügbaren Informationen nicht vor.
Neben der ausbleibenden Entlastung der Gäste wird auch die Situation der Beschäftigten in der Gastronomie thematisiert. Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wächst demnach der Frust. Eine Gewerkschaft bewertet die Entwicklung kritisch und sieht das Ziel der Steuersenkung als verfehlt an.
Die Kritik richtet sich damit nicht nur auf die Preise für Verbraucher, sondern auch auf die Auswirkungen der politischen Maßnahme innerhalb der Branche. Aus Sicht der Gewerkschaft hat die Senkung des Mehrwertsteuersatzes den angestrebten Zweck bislang nicht erfüllt. Die vorliegenden Angaben nennen allerdings keine konkreten Forderungen oder Vorschläge der Gewerkschaft.
Für Gäste bedeutet die Entwicklung, dass der niedrigere Steuersatz beim Besuch von Restaurants und Cafés offenbar nicht automatisch zu geringeren Rechnungen führt. Obwohl die steuerliche Belastung für Speisen gesenkt wurde, sind die Preise laut Studie überwiegend unverändert geblieben. Gründe dafür werden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Die Mehrwertsteuersenkung steht damit im Spannungsfeld zwischen wirtschaftspolitischer Unterstützung der Gastronomie und der erwarteten Entlastung der Verbraucher. Die Bundesregierung wollte mit der Regelung auch den Gästen zugutekommen. Nach der vorliegenden Untersuchung ist dieses Ziel bislang jedoch kaum erreicht worden.
Wie sich die Preise und die Stimmung unter den Beschäftigten im weiteren Jahresverlauf entwickeln, lässt sich anhand der verfügbaren Angaben nicht beurteilen. Fest steht nach der Studie lediglich, dass die Preise für Restaurant- und Cafébesuche überwiegend unverändert geblieben sind und der Frust in der Gastronomie zunimmt. Eine Gewerkschaft wertet dies als Hinweis darauf, dass die Maßnahme ihre beabsichtigte Wirkung verfehlt.