Nach dem Beginn des Kopftuchverbots an Österreichs Schulen ist der erste angezeigte Fall bekannt geworden. Im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich erschien ein Mädchen auch nach einem Termin bei der Bildungsdirektion weiterhin mit Kopftuch in der Schule. Daneben laufen Dutzende weitere Verfahren, unter anderem in Wien.
Der Fall im Bezirk Neunkirchen gilt als erste Anzeige seit dem Start der Regelung. Nach Angaben der Bildungsbehörden war das Mädchen zuvor zu einem Termin in der Bildungsdirektion erschienen. Dennoch kam es anschließend weiterhin mit Kopftuch zum Unterricht. Weitere Einzelheiten zu dem Verfahren wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Auch in Wien beschäftigen mehrere Fälle die zuständige Bildungsbehörde. Insgesamt wurden dort 55 Fälle an die Bildungsbehörde weitergeleitet. Damit gibt es neben der Anzeige in Niederösterreich eine größere Zahl weiterer Vorgänge, die noch bearbeitet werden.
Das Kopftuchverbot ist an Österreichs Schulen mittlerweile in Kraft. Die bislang bekannt gewordenen Fälle konzentrieren sich auf den Osten Österreichs, insbesondere auf Niederösterreich und Wien. Wie viele der Verfahren letztlich zu Anzeigen oder anderen Konsequenzen führen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
Mit dem Beginn der Umsetzung ist damit eine erste Anzeige verbunden. Zugleich zeigen die weitergeleiteten Fälle in Wien, dass die Bildungsbehörden mit einer Reihe von Vorgängen befasst sind. Konkrete Angaben zu möglichen Entscheidungen, Strafen oder zum weiteren Verlauf der Verfahren liegen derzeit nicht vor.