Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat nach eigenen Angaben eine zusätzliche Urananreicherungsanlage im nordkoreanischen Nuklearkomplex Yongbyon identifiziert. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi informierte darüber in einem Bericht, der im Vorfeld einer Konferenz der Organisation vorgelegt wurde.
Die Angaben beziehen sich auf eine Anlage zur Urananreicherung. Weitere Einzelheiten zu ihrer genauen Ausstattung, ihrer Kapazität oder zu den dort verarbeiteten Mengen wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Die Identifizierung der Anlage ist nach Darstellung der IAEA Teil ihrer Beobachtung des nordkoreanischen Nuklearprogramms.
Nach den Angaben der Behörde soll die Anlage zunächst nach Gesprächen stillgelegt worden sein. Im Jahr 2021 sei sie jedoch wieder in Betrieb genommen worden. Wann genau die Stilllegung erfolgte und unter welchen Bedingungen die Wiederaufnahme des Betriebs stattfand, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die Entwicklung sorgt bei den Mitgliedstaaten der IAEA für Besorgnis. Sie sehen den Angaben zufolge den Ausbau der nuklearen Aktivitäten Nordkoreas mit Sorge. Die Äußerungen erfolgten im Zusammenhang mit der von der IAEA beschriebenen nuklearen Expansion des Landes.
Der Nuklearkomplex Yongbyon gilt in den vorliegenden Angaben als Standort der zusätzlichen Anlage. Zur aktuellen Betriebsweise oder zu möglichen weiteren Einrichtungen in dem Komplex machte die Meldung keine Angaben. Auch wurden keine konkreten Maßnahmen genannt, die die IAEA oder ihre Mitgliedstaaten als Reaktion auf die Entwicklung ergreifen wollen.
Grossis Bericht wurde vor der Konferenz der Organisation vorgelegt. Die darin enthaltene Einschätzung bildet damit die Grundlage für die Beratungen der IAEA-Mitgliedstaaten. Im Mittelpunkt steht die Sorge, dass Nordkorea seine nuklearen Fähigkeiten weiter ausbauen könnte.
Die IAEA beobachtet nach eigenen Angaben die Entwicklung des nordkoreanischen Atomprogramms. Die nun öffentlich gemachte Identifizierung einer weiteren Urananreicherungsanlage und die Hinweise auf deren Wiederinbetriebnahme im Jahr 2021 unterstreichen aus Sicht der Mitgliedstaaten die anhaltende Bedeutung des Themas. Zu weitergehenden Schlussfolgerungen über das nordkoreanische Programm liegen in den vorliegenden Informationen keine Angaben vor.