Die globale Ernährungssicherheit steht nach Einschätzung von Experten unter wachsendem Druck. Extreme Wetterereignisse beeinträchtigen weltweit die Produktion von Lebensmitteln und erschweren den Handel. Gleichzeitig behindern gewaltsame Konflikte die Schifffahrt und unterbrechen Lieferketten. Damit wird die Versorgung für Millionen Menschen unsicherer, auch wenn Lebensmittel grundsätzlich verfügbar sind.
Zusätzliche Risiken könnten von einem möglichen starken El Niño ausgehen. Das Klimaphänomen kann nach den vorliegenden Einschätzungen Aussaat und Ernten in verschiedenen Teilen der Welt stören. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, könnte sich der Druck auf die globale Lebensmittelversorgung weiter erhöhen. Experten rechnen in diesem Fall damit, dass Millionen Menschen zusätzlich in akute Ernährungsunsicherheit geraten könnten.
Die Auswirkungen zeigen sich nicht nur bei der landwirtschaftlichen Produktion. Auch der Transport von Lebensmitteln ist erheblich belastet. Die anhaltenden Kriege im Zusammenhang mit Iran und der Ukraine wirken sich auf die Schifffahrt und auf internationale Lieferketten aus. Dadurch können Warenströme unterbrochen oder verzögert werden, selbst wenn die benötigten Lebensmittel an anderer Stelle vorhanden sind.
Nach Einschätzung von Shawn Arita von der North Dakota State University liegt das zentrale Problem derzeit weniger in einer grundsätzlichen Knappheit von Lebensmitteln als in deren Bewegung. Die Nahrung sei vorhanden, werde aber nicht ausreichend dorthin transportiert, wo sie benötigt werde. Diese Einschätzung lenkt den Blick auf die Bedeutung funktionierender Verkehrswege und stabiler Handelsverbindungen für die Ernährungssicherheit.
Die Kombination aus Wetterextremen und Konflikten verschärft damit bestehende Belastungen. Produktionsausfälle können die verfügbare Menge an Lebensmitteln beeinträchtigen, während gestörte Transportwege den Zugang zusätzlich erschweren. Besonders problematisch ist, dass beide Entwicklungen gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig verstärken können.
Wie stark die Folgen ausfallen werden, hängt auch von der weiteren Entwicklung der Wetterlage und der Konflikte ab. Ein möglicher starker El Niño würde zusätzliche Unsicherheiten für Aussaat und Ernten schaffen. Zugleich bleiben die durch die Kriege im Zusammenhang mit Iran und der Ukraine belasteten Schifffahrtswege und Lieferketten ein wesentlicher Faktor für die weltweite Versorgung.
Die aktuelle Lage zeigt nach den vorliegenden Informationen, dass globale Ernährungssicherheit nicht allein von der Menge produzierter Lebensmittel abhängt. Ebenso entscheidend ist, ob diese Lebensmittel sicher und zuverlässig transportiert werden können. Werden Handels- und Verkehrswege durch Konflikte oder andere Störungen beeinträchtigt, kann die Versorgung auch dort gefährdet sein, wo grundsätzlich ausreichend Nahrung vorhanden ist.