Was passiert ist
Ein brasilianisches Bergbauunternehmen bereitet sich darauf vor, die Europäische Union künftig mit Seltenen Erden zu beliefern. Nach Angaben der britischen Zeitung The Guardian soll die Versorgung innerhalb von zwei Jahren beginnen. Der Unternehmenschef Rafael Moreno warb zugleich dafür, die starke Abhängigkeit des Weltmarkts von China zu beenden.
Moreno zufolge ist die Lage auf dem Markt angespannt. Vor einem geplanten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping dringt er außerdem auf eine Vereinbarung, die mögliche neue Einschränkungen chinesischer Ausfuhren verhindern oder abmildern könnte.
Was wir wissen
Das Unternehmen hat in Brasilien eine Demonstrationsanlage eröffnet. Weitere Angaben zur genauen Lage, zur technischen Ausgestaltung oder zur Kapazität der Anlage liegen in der vorliegenden Meldung nicht vor. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die EU in etwa zwei Jahren mit Seltenen Erden zu versorgen.
Seltene Erden werden laut der Meldung unter anderem für Autos, Windkraftanlagen und Militärflugzeuge verwendet. Die Rohstoffe sind damit für verschiedene industrielle und technologische Anwendungen von Bedeutung. China nimmt bei ihrer Versorgung eine dominierende Stellung ein. Der brasilianische Unternehmenschef bezeichnete es als besonders wichtig, diese Abhängigkeit zu verringern.
Die Äußerungen fielen im Vorfeld eines Treffens von Trump und Xi. Laut der Meldung handelt es sich um das zweite Gipfeltreffen der beiden in diesem Jahr. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Sorge, dass China den Export Seltener Erden erneut beschränken oder verbieten könnte. Moreno setzt sich nach den vorliegenden Informationen dafür ein, dass beide Länder eine Vereinbarung zur Lockerung solcher Drohungen erreichen.
Die geplante brasilianische Lieferbeziehung zur EU ist Teil der Bemühungen, alternative Bezugsquellen für die Rohstoffe zu erschließen. Ob und in welchem Umfang das Unternehmen tatsächlich liefern wird, ist aus den vorliegenden Informationen jedoch nicht ersichtlich.
Was noch unklar ist
Nicht bekannt sind der Name des brasilianischen Unternehmens, die konkrete Förderstätte sowie die geplante Produktionsmenge. Ebenfalls offen bleibt, welche Seltenen Erden gewonnen und in welcher Form sie an Abnehmer in der EU geliefert werden sollen.
Die Meldung enthält keine Angaben dazu, ob bereits verbindliche Lieferverträge mit europäischen Unternehmen oder Institutionen bestehen. Unklar ist außerdem, wann genau die Belieferung beginnen soll und ob die Demonstrationsanlage bereits produziert oder zunächst der Erprobung dient.
Nicht bestätigt ist ferner, wie das angekündigte Treffen von Trump und Xi ausgehen wird. Ob China seine Exportpolitik tatsächlich verändert und welche Folgen dies für den internationalen Markt hätte, bleibt offen. Auch zur möglichen Reaktion der EU auf die chinesische Dominanz enthält die vorliegende Information keine näheren Angaben.
Quelle
The Guardian World, Quellen-Handle: @guardian