Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich im benachbarten Ungarn weiter aus und betrifft zunehmend auch Bestände mit Hausschweinen. Damit wächst die Sorge vor einer Einschleppung nach Österreich, insbesondere in das grenznahe Burgenland. Nach Angaben der ungarischen Behörde Nébih liegt der nächstgelegene Fund eines erkrankten Wildschweins 98 Kilometer von der burgenländischen Grenze entfernt.
In Ungarn wurden im August auf fünf Betrieben insgesamt rund 2.000 Schweine getötet. Bereits nach einem ersten Ausbruch im Juni waren dort etwa 3.000 Tiere gekeult worden. Die Zahlen verdeutlichen, dass sich die Tierseuche nicht mehr ausschließlich auf Wildschweinbestände beschränkt, sondern inzwischen auch in Haltungen mit Hausschweinen festgestellt wird.
Nébih führt derzeit 732 infizierte Wildschweine und sechs Ausbrüche bei Hausschweinen auf. Die Entwicklung wird auch in Österreich aufmerksam verfolgt. Einen bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest gibt es dort bislang nicht. Die Gesundheitsagentur AGES stuft das Risiko einer Einschleppung jedoch als hoch ein und hat ihre Gefährdungsampel auf Rot gestellt.
Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine kann eine Infektion jedoch erhebliche Folgen haben. Nach den vorliegenden Informationen kann das Virus unter anderem über kontaminierte Kleidung, Maschinen oder Speisereste in Schweinehaltungen gelangen. Dadurch besteht ein Risiko, dass es nicht nur durch direkten Kontakt zwischen Tieren, sondern auch über verunreinigte Gegenstände oder Materialien weitergetragen wird.
Die Nähe zu Österreich und die zunehmenden Ausbrüche in ungarischen Schweinebeständen machen die Lage für die Landwirtschaft im Burgenland besonders relevant. Der bisherige Abstand von 98 Kilometern zum nächstgelegenen infizierten Wildschwein bedeutet zugleich, dass derzeit kein bestätigter österreichischer Fall vorliegt. Die österreichische Risikobewertung weist jedoch auf die erhöhte Gefahr einer möglichen Einschleppung hin.
Die Entwicklung in Ungarn zeigt nach den Angaben der Behörden, dass die Seuche sowohl Wildschweinpopulationen als auch Bestände mit Hausschweinen betreffen kann. Die im Juni und August notwendigen Keulungen führten bereits zum Verlust von rund 5.000 Tieren. Weitere Angaben zu möglichen Fällen in Österreich oder zu konkreten Maßnahmen österreichischer Schweinehalter liegen in den vorliegenden Informationen nicht vor.