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Energiepreise steigen vor dem Winter in Österreich weiter

Die Spannungen im Nahen Osten treiben den Ölpreis über 100 Dollar je Barrel. In Österreich steigen zudem Gas- und Stromkosten, während die Gasspeicher weniger gefüllt sind als vor einem Jahr.

Energiepreise steigen vor dem Winter in Österreich weiter
Foto: KURIER

Die Energiepreise stehen in Europa vor dem Winter weiter unter Druck. Die Spannungen im Nahen Osten treiben die Rohstoffmärkte. Der Ölpreis stieg auf den höchsten Stand seit vier Monaten und liegt inzwischen über 100 Dollar je Barrel. Zu den Hintergründen zählen auch Pläne der Huthi im Jemen, die wichtige Schifffahrtsroute durch die Meerenge Bab al-Mandab zu schließen.

Die Entwicklung wirkt sich auf die Erwartungen für die europäische Energieversorgung aus. In Österreich waren die Gasspeicher zuletzt zu 67,36 Prozent gefüllt. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Füllstand zum entsprechenden Zeitpunkt bei 82,7 Prozent. Damit ist der Vorrat niedriger als ein Jahr zuvor.

Gleichzeitig hat sich Gas deutlich verteuert. Der Österreichische Gaspreisindex stieg im September binnen Jahresfrist um 71,1 Prozent. Trotz der geringeren Speicherstände und der höheren Preise rechnet Energieexperte Walter Boltz jedoch nicht damit, dass Österreich selbst bei einem kälteren Winter das Erdgas ausgehen wird.

Auch beim Strom zeichnen sich höhere Kosten ab. Der Verbund erzeugte wegen der Trockenheit rund zehn Prozent weniger Wasserkraft. Zugleich lagen die Großhandelspreise im September um 68,12 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Kombination aus einer geringeren Wasserkrafterzeugung und höheren Preisen am Großhandelsmarkt erhöht den Druck auf den Strommarkt.

Die steigenden Energiepreise wirken sich zudem auf die allgemeine Preisentwicklung in Österreich aus. Höhere Kosten für Energie und Transporte trugen dazu bei, dass die Inflation auf 3,2 Prozent stieg. Damit betreffen die Entwicklungen an den internationalen Rohstoff- und Energiemärkten auch die Verbraucher und Unternehmen in Österreich.

Für die kommenden Monate bleibt die Lage von mehreren Faktoren abhängig. Dazu zählen die Entwicklung der Spannungen im Nahen Osten, mögliche Auswirkungen auf wichtige Schifffahrtswege sowie die Versorgungslage bei Gas und Strom. Die vorliegenden Daten zeigen bereits, dass sowohl die Gaspreise als auch die Stromgroßhandelspreise deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen.

Quelle: KURIER ↗