Österreichs Landwirtschaft steht im Jahr 2026 unter erheblichem Druck. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums vermittelt der „Grüne Bericht“ für das Vorjahr zwar ein positives Bild. Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft stiegen 2025 im Durchschnitt um 18 Prozent auf 47.102 Euro je Betrieb. Die Folgen der anhaltenden Dürre stellen diese Entwicklung jedoch in den Schatten.
Die Österreichische Hagelversicherung beziffert die bisherigen Ernteschäden auf rund eine Milliarde Euro. Betroffen sind demnach verschiedene Bereiche der Landwirtschaft. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei der Apfelernte aus: Sie liegt mehr als ein Drittel unter dem Wert des Vorjahres. Auch der Weinertrag bleibt hinter den üblichen Mengen zurück und liegt rund ein Viertel unter dem langjährigen Durchschnitt.
Die Trockenheit wirkt sich zudem auf die Tierhaltung aus. Vieh- und Milchbauern mussten teilweise bereits im Hochsommer auf Winterfutter zurückgreifen. Andere Betriebe waren laut den vorliegenden Angaben gezwungen, Futter zuzukaufen. Damit entstehen zusätzliche Kosten zu einem Zeitpunkt, an dem zugleich Erträge aus der Ernte ausbleiben oder geringer ausfallen.
Eine besondere Herausforderung ist die unterschiedliche Absicherung der landwirtschaftlichen Flächen. Dürreindex-Versicherungen decken rund 80 Prozent der Ackerflächen ab. Beim Grünland liegt der Anteil dagegen nur bei etwa 40 Prozent. Für Betriebe mit Grünland bedeutet das, dass ein größerer Teil der durch Trockenheit verursachten Risiken nicht über eine entsprechende Versicherung abgesichert ist.
Die Zahlen aus dem „Grünen Bericht“ verdeutlichen damit den Gegensatz zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung im Jahr 2025 und der aktuellen Lage. Das durchschnittliche Einkommen aus Land- und Forstwirtschaft nahm zwar zu. Gleichzeitig drohen die Auswirkungen der Dürre 2026, die finanzielle Situation vieler Höfe deutlich zu verschärfen. Die Ernteschäden, geringere Produktionsmengen und höhere Ausgaben für Futter treffen dabei unterschiedliche landwirtschaftliche Bereiche.
Die Regierung hat als Reaktion auf die Belastungen Unterstützungsmaßnahmen angekündigt. Dazu gehören eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 140 Millionen Euro sowie 25 Millionen Euro für Zinsstundungen. Diese Maßnahmen sollen den betroffenen Betrieben finanziellen Spielraum verschaffen.
Wie stark die einzelnen Höfe durch die Dürre belastet sind, hängt unter anderem von ihrer Produktion und ihrer Absicherung ab. Die vorliegenden Angaben zeigen jedoch bereits landesweit erhebliche Schäden. Während Ackerflächen häufiger über Dürreindex-Versicherungen abgesichert sind, besteht beim Grünland eine deutlich größere Lücke. Für die Landwirtschaft bleibt die Trockenheit damit auch nach dem statistisch starken Jahr 2025 die zentrale Belastung.