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Aktenvermerk: Benko soll bei Signa weiter wie Geschäftsführer agiert haben

Ein Aktenvermerk des Bayerischen Landeskriminalamts beschreibt René Benkos Rolle bei Signa und nennt hohe Gehälter, Sonderleistungen sowie Prämien in Millionenhöhe.

Aktenvermerk: Benko soll bei Signa weiter wie Geschäftsführer agiert haben
Foto: KURIER

René Benko soll bei der Signa Holding auch nach seiner formalen Funktion als Beiratsvorsitzender maßgeblichen Einfluss auf die Unternehmensführung ausgeübt haben. Das geht laut einem Bericht der österreichischen Zeitung KURIER aus einem Aktenvermerk des Bayerischen Landeskriminalamts hervor. Die Behörde untersuchte demnach die Anstellungsverhältnisse des Signa-Gründers und seine Aufgaben innerhalb des Unternehmens.

Den Ermittlern zufolge übernahm Benko ab dem Jahr 2013 weiterhin Tätigkeiten, die ihrer Einschätzung nach einem Geschäftsführer entsprachen. Obwohl er als Vorsitzender des Beirats geführt worden sei, habe er demnach Funktionen ausgeübt, die über eine rein beratende Rolle hinausgingen. Die genaue rechtliche Bewertung dieser Tätigkeiten geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.

Der Aktenvermerk führt nach Angaben des KURIER zudem außergewöhnlich hohe Vergütungen an. Benkos monatliches Bruttogehalt soll von 56.000 Euro auf 60.480 Euro gestiegen sein. Als jährliche Vergütung werden 846.731 Euro genannt. Zu den weiteren Leistungen gehörten demnach Sicherheitspersonal, eine Dienstwohnung in Wien sowie ein Mietanteil an einer Villa im Tiroler Ort Igls.

Besonders umfangreich waren laut den Ermittlungsunterlagen die Prämienzahlungen. Zwischen 2017 und 2021 soll Benko insgesamt 64,18 Millionen Euro an Prämien erhalten haben. Die vorliegenden Angaben enthalten keine weiteren Einzelheiten dazu, nach welchen Kriterien die Zahlungen festgelegt oder ausgezahlt wurden.

Die Untersuchung befasste sich den Angaben zufolge auch mit Benkos Einfluss auf die Vergütung anderer Führungskräfte. Demnach entschied er über Gehälter und Bonuszahlungen von Mitarbeitern in leitenden Positionen. In einer E-Mail beklagte sich Benko laut Aktenvermerk über „ständige Nachforderungen und Erhöhungen“.

Darüber hinaus soll er Vorstände auf mögliche Auswirkungen auf deren Bonuszahlungen hingewiesen haben, falls bestimmte Vorgaben nicht erfüllt würden. Die Ermittler dokumentierten damit nach Darstellung des KURIER eine direkte Beteiligung Benkos an Fragen der Personalvergütung und an der Kontrolle von Führungskräften.

Die Angaben stammen aus der Untersuchung des Bayerischen Landeskriminalamts zu den Verhältnissen bei der Signa Holding. Sie geben den Inhalt eines Aktenvermerks wieder und stellen nach den vorliegenden Informationen keine abschließende gerichtliche Bewertung dar. Der Bericht des KURIER bezieht sich auf Benkos Vergütung, seine Aufgaben bei Signa und seinen Einfluss auf die Bezahlung von Führungskräften.

Die Signa-Gruppe und ihr Gründer stehen damit im Mittelpunkt einer Untersuchung, in der auch die tatsächlichen Entscheidungsstrukturen innerhalb des Unternehmens betrachtet werden. Im Zentrum der dokumentierten Vorwürfe steht die Frage, welche Rolle Benko trotz seiner Position als Beiratsvorsitzender weiterhin ausübte und in welchem Umfang er auf Geschäftsführung sowie Vergütungsentscheidungen Einfluss nahm.

Quelle: KURIER ↗