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Wifo rechnet mit höherer Inflation und schwächerem Wachstum in Österreich

Steigende Energiepreise infolge der Konflikte im Nahen Osten könnten die Inflation in Österreich über die bisher erwarteten drei Prozent treiben. Zugleich soll die Wachstumsprognose für 2026 gesenkt werden.

Wifo rechnet mit höherer Inflation und schwächerem Wachstum in Österreich
Foto: KURIER

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) rechnet mit einer ungünstigeren Entwicklung der österreichischen Wirtschaft. Nach Einschätzung des Wifo-Chefs könnten steigende Energiepreise infolge der Konflikte im Nahen Osten die Inflation stärker anheizen als bisher erwartet. Die bisherige Inflationsprognose von drei Prozent dürfte daher angehoben werden.

Damit würde sich der Preisanstieg in Österreich aus Sicht des Wirtschaftsforschers als höher erweisen als bislang angenommen. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Energiepreise. Sollten diese weiter steigen, könnte das die allgemeine Teuerung zusätzlich verstärken. Eine konkrete neue Inflationsrate nannte der Wifo-Chef den vorliegenden Informationen zufolge nicht.

Neben der Inflationsprognose steht auch die Wachstumserwartung für Österreich unter Druck. Die bisher für 2026 erwartete Wachstumsrate von 0,9 Prozent soll gesenkt werden. Wie stark die Korrektur ausfallen könnte, ist noch nicht bekannt. Das Wifo stellt damit eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung in Aussicht, ohne in den vorliegenden Angaben bereits einen neuen konkreten Wert zu nennen.

Kritisch äußerte sich der Wifo-Chef zudem zum sogenannten Merit-Order-Prinzip. Nach diesem Mechanismus ist der Strompreis weiterhin eng an den Gaspreis gekoppelt. Aus Sicht des Ökonomen sollte diese Verbindung gelockert werden. Steigende Gaspreise müssten demnach vom Strompreis entkoppelt werden, um deren Auswirkungen auf die Energiekosten zu begrenzen.

Die Debatte über die Preisbildung am Strommarkt gewinnt damit vor dem Hintergrund möglicher weiterer Energiepreissteigerungen an Bedeutung. Nach Einschätzung des Wifo kann die enge Verbindung zwischen Gas- und Strompreis dazu beitragen, dass Entwicklungen auf dem Gasmarkt auch den Strompreis beeinflussen. Eine Änderung dieser Kopplung wird vom Wifo-Chef als möglicher Ansatz genannt.

Die österreichischen Gasspeicher sind derzeit zu 67 Prozent gefüllt. Diese Angabe beschreibt den aktuellen Füllstand, lässt nach den vorliegenden Informationen jedoch keine Aussage darüber zu, wie sich die Energiepreise künftig entwickeln werden. Entscheidend für die Prognosen bleiben demnach insbesondere die Auswirkungen der Konflikte im Nahen Osten auf die Energiemärkte.

Das Wifo erwartet somit gleichzeitig einen stärkeren Preisanstieg und eine geringere wirtschaftliche Dynamik als bisher prognostiziert. Während die Inflationsrate über die bislang erwarteten drei Prozent steigen könnte, soll die Wachstumsprognose für 2026 unter den bisherigen Wert von 0,9 Prozent korrigiert werden. Die konkreten neuen Prognosewerte stehen noch aus.

Quelle: KURIER ↗