Die deutsche Industrie blickt etwas zuversichtlicher auf die wirtschaftliche Entwicklung. Nach Angaben des Bundesverbands fällt die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts höher aus als bislang erwartet. Die verbesserten Aussichten werden jedoch vor allem durch staatliche Ausgaben getragen.
Als wichtigen Impuls nennt die Industrie geplante beziehungsweise erwartete Investitionen des Staates in die Infrastruktur und in die Verteidigung. Diese Ausgaben könnten der wirtschaftlichen Entwicklung Rückenwind geben und damit insbesondere die industrielle Nachfrage stützen. Einzelheiten zur Höhe der erwarteten Ausgaben oder zur konkreten Wachstumsrate wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt.
Der optimistischere Ausblick ist zugleich mit einer Einschränkung verbunden. Für den privaten Bereich fällt die Einschätzung schwächer aus. Damit zeichnet sich ein wirtschaftliches Bild ab, in dem die öffentliche Hand eine größere Rolle für das erwartete Wachstum übernimmt, während von privaten Haushalten und Unternehmen weniger starke Impulse ausgehen.
Die Industrie korrigiert ihre Prognose somit nach oben, verbindet dies aber nicht mit einer allgemeinen Aufhellung aller Wirtschaftsbereiche. Vielmehr beruht der verbesserte Wachstumsausblick nach den vorliegenden Angaben vor allem auf staatlichen Aktivitäten. Die Entwicklung im privaten Bereich bleibt dagegen verhaltener eingeschätzt.
Für die Gesamtwirtschaft bedeutet das, dass die erwartete Erholung maßgeblich von öffentlichen Investitionen abhängig ist. Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben stehen dabei im Mittelpunkt der Erwartungen der Industrie. Ob und in welchem Umfang diese Impulse andere Bereiche anregen können, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die neue Einschätzung stellt eine Verbesserung gegenüber der bisherigen Prognose dar. Zugleich macht die Industrie deutlich, dass die Wachstumsperspektiven unterschiedlich ausfallen: Während die staatliche Nachfrage als unterstützend bewertet wird, bleibt der Ausblick für die private Seite schwächer. Die deutsche Wirtschaft erhält damit nach Einschätzung des Verbands zwar zusätzliche Unterstützung, ihr Wachstum wird jedoch vor allem von öffentlichen Ausgaben getragen.